Als enger Spinalkanal wird eine Verengung des Wirbelsäulenkanals bezeichnet, welche Druck auf das darin enthaltene Rückenmark und die Nervenwurzeln erzeugt. | |  |
| | Wirbelsäulen-Anatomie: Die Halswirbelsäule (HWS) besteht aus sieben Wirbeln. Der oberste heisst Atlas, der unterste ist an seinem Dornfortsatz gut spürbar. Die Brustwirbelsäule (BWS) setzt sich aus zwölf Wirbeln zusammen. An ihnen sind die Rippen befestigt. Die Lendenwirbelsäule (LWS) hat fünf, manchmal auch sechs Wirbel. Hier entsteht die grösste Kraftübertragung. |
Diese Verengungen der Wirbelsäule gehören heute in Wirbelsäulen-Zentren zu den am meisten diagnostizierten und operierten Krankheiten. Liegt die Verengung auf Höhe der Halswirbelsäule, spricht man von zervikaler Spinalkanalstenose. Eine Verengung der Brustwirbelsäule wird als thorakale Spinalkanalstenose bezeichnet. Ist die Lendenwirbelsäule betroffen, ist die Rede von einer lumbalen Spinalkanalstenose.
Zur Entstehung des engen Spinalkanals führen primär degenerative Veränderungen (Abnützungserscheinungen). Die Spinalkanalstenose tritt daher bevorzugt bei älteren Menschen auf; bei jungen Menschen ist sie meist angeboren.
Die durch eine Verengung des Spinalkanals hervorgerufenen Beschwerden sind abhängig von körperlicher Belastung und Haltung. Meistens ist die Lendenwirbelsäule von der Verengung betroffen. Dann treten Schmerzen und Lähmungserscheinungen in den Beinen auf. Zusätzlich kann ein Druckgefühl vorkommen, das vom Rücken in die Beine ausstrahlt. Längere Gehstrecken bereiten zunehmend Mühe. Nach 200 oder vielleicht schon 50 Metern müssen sie stehen bleiben, bis die Schmerzen nachlassen. Die Patienten verspüren eine Besserung, wenn sie sich nach vorne beugen. Die Beschwerden erinnern an die Schaufensterkrankheit, die allerdings durch Gefässverkalkung verursacht wird.
Die Symptome einer Spinalkanalstenose können nichtoperativ gelindert werden. Zur Heilung bedarf es jedoch meist einer operativen Behandlung, deren Ziel die Ausweitung des verengten Spinalkanals ist.