Die Diagnose eines Schleudertraumas kann schwierig sein, da bei den meisten Fällen durch klassische Röntgenaufnahmen keine Verletzungen nachzuweisen sind. In den ersten 2-3 Tagen nach dem Unfall kann durch hochauflösende Magnetresonanztomografen allenfalls eine Verletzung dargestellt werden.
Wichtig ist, dass der Arzt die Symptome genau erfragt und in der Krankengeschichte festhält. Da die Symptome in den meisten Fällen mit der Zeit von alleine wieder zurückgehen, sind oft keine weitreichenden Therapiemassnahmen erforderlich.
In der Schweiz europaweit die höchsten Folgekosten
Schleudertraumata verursachen hohe Folgekosten, selbst wenn die meisten schon nach wenigen Monaten ausgeheilt sind (d.h. nicht mehr objektiv nachweisbar sind). Gemäss einer
Studie des Europäischen Versicherungskomitees (CEA) ergibt sich in der Schweiz aus einem Schleudertrauma ein Schadenaufwand von durchschnittlich 35'000 Euro. Damit nimmt die Schweiz in Europa mit klarem Abstand zu den zweitplatzierten Niederlanden (16'500 Euro) die Spitzenposition ein, obwohl der Anteil der HWS-Verletzungen bei Körperschäden (Schweiz: 33 Prozent) in anderen Ländern weit höher ist: 66 Prozent in Italien, sogar 76 Prozent in Grossbritannien. In Frankreich und Finnland (3 bzw. 8,5 Prozent) ist er hingegen sehr gering, was sich auch in entsprechend tieferen Versicherungskosten ausdrückt.
Die Zahlen spiegeln die europaweit unterschiedlichen sozialen, rechtlichen und medizinischen Auffassungen wieder: Ein Schleudertrauma wird im französischen Sprachraum anders wahrgenommen und beurteilt als in der Deutschschweiz - was laut Zahlen der «AXA Winterthur» sogar innerhalb der Schweiz gilt: In der Deutschschweiz betrug der durchschnittliche Schadenaufwand eines Schleudertraumaunfalls über 78'000 Franken - in der Westschweiz dagegen nur 23'000 Franken.