Die Überfunktion der Schilddrüse ist durch einen Überschuss von Schilddrüsenhormonen gekennzeichnet. Die Hyperthyreose ist eine häufige Krankheit, von der Frauen häufiger betroffen sind als Männer. Hauptsächliche Ursachen sind der
Morbus Basedow und die
Schilddrüsenautonomie. Bei beiden Erkrankungen kann die Produktion der Hormone nicht mehr an den Bedarf des Körpers angepasst werden. Die bei gesunder Schilddrüse regulierend eingreifenden Einflüsse der Hirnanhangsdrüse (Hypophyse) und des Zwischenhirns (Hypothalamus) auf die Schilddrüse werden ausgeschaltet.
Morbus Basedow
Bei dieser Erkrankung handelt es sich um eine so genannte Autoimmunerkrankung: Das Abwehrsystem des Körpers greift fälschlicherweise körpereigenes Gewebe an. Im Falle des Morbus Basedow kommt es durch fehlgeleitete schilddrüsenanregende Immunglobuline (Bestandteile der körpereigenen Abwehr) zu einer unkontrollierten Überproduktion von Schilddrüsenhormonen. Diese Hormon-Überproduktion kann nicht mehr gehemmt werden.
Schilddrüsenautonomie
Autonome Herde in der Schilddrüse unterliegen nicht dem normalen Regelkreis der Hormonspiegel. Sie produzieren also Hormone ohne auf das Signal «es ist genug Hormon vorhanden - die Produktion kann heruntergefahren werden» zu achten. Schon in der gesunden Schilddrüse finden sich solche (autonome) Zellen, die sich nicht an die Spielregeln von Regelkreisen halten. Die Menge dieser Zellen ist jedoch so gering, dass sie keinen Einfluss haben. Bei einer Autonomie finden sich jedoch derart viele dieser Zellen in der Schilddrüse - meist zu Knoten zusammengelagert -, dass ihre unkontrollierte Hormonproduktion zu einer erhöhten Hormonausschüttung führt. Die vermehrte Wirkung führt dann zu den Krankheitszeichen der Schilddrüsenüberfunktion.