Restless Legs Syndrom

Restless Legs Syndrom

(Restless Legs Syndrom, RLS, Syndrom der unruhigen Beine)

Das «Restless Legs Syndrom» ist ein weit verbreitetes neurologisches Krankheitsbild. 5 bis 10 Prozent der Bevölkerung verspüren chronisch eine Reihe unangenehmer Empfindungen (vor allem in den Beinen, seltener in den Armen), die sie zwingen, aufzustehen und herumzulaufen - schlimmstenfalls die ganze Nacht.

Die Symptome lassen sich oft nur schwer beschreiben und begreiflich zu machen. So ist etwa die Rede von unerträglichem «Kribbeln im Inneren der Waden», «Mäusen in den Muskeln», «Coca Cola in den Adern», Ziehen, Reissen, Stechen bis hin zu quälenden Schmerzen.

Diese Beschwerden treten praktisch nur in Ruhesituationen und ganz besonders heftig abends beim Einschlafen auf. Erst Aufstehen und Herumgehen verschafft Linderung, was die Patienten zu sprichwörtlichen «Nachtwandlern» werden lässt - mit allen negativen Folgen hartnäckiger Schlafstörungen: Tagesmüdigkeit, Gereiztheit, Leistungsabfall oder sogar Einschlafen am Steuer.

Schicksal: RLS-Patientin Martha Hofer in der Gesundheit Sprechstunde 08/2006 (Klick lädt PDF)
Schicksal: RLS-Patientin Martha Hofer in der Gesundheit Sprechstunde 08/2006 (Klick lädt PDF)

In 70 bis 80 Prozent der Fälle gehen die Restless Legs einher mit Periodischen Beinbewegungen im Schlaf (PLMS). Mehr als 5 Bewegungen pro Stunde werden als abnorm angesehen. Umgekehrt leidet jedoch nur ein kleiner Teil der PLMS-Patienten an RLS.

Die Ursachen des Restless Legs Syndrom sind noch nicht geklärt. Man nimmt an, dass eine Störung des Dopaminstoffwechsels im Gehirn für die Entstehung des RLS verantwortlich ist. Bei einem Teil der Patienten lässt sich eine familiäre Häufung (in der Verwandtschaft leidet oder litt jemand unter ähnlichen Beschwerden) nachweisen, so dass eine Beteiligung von Erbfaktoren warscheinlich ist. Der dafür verantwortliche Gendefekt wurde jedoch noch nicht gefunden.


Häufig langer Weg bis zur richtigen Diagnose

Eigentlich sind die quälenden Beschwerden seit Jahrhunderten bekannt: Schon 1685 wurde das Krankheitsbild erstmalig beschrieben. Seit 1945 ist das Syndrom als eigenständiges Krankheitsbild anerkannt. Und doch erleben viele Betroffene die Zeit bis zur Diagnose «RLS» nicht selten als langen, qualvollen Leidensweg: Trotz der Häufigkeit der Krankheit und ihrer prägnanten Symptome sind viele Mediziner mit ihrer Erkennung und Behandlung immer noch überfordert. Ratloses Schulterzucken oder Diagnosestellungen à la «psychosomatische Störungen», «allgemeine Nervosität», «Durchblutungsstörungen» oder «Venenleiden» sind an der Tagesordnung. Nicht selten wird RLS auch fälschlicherweise als psychische Störung diagnostiziert und behandelt.

 
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