Parkinson

(Morbus Parkinson, Paralysis agitans, Schüttellähmung)

Die Parkinson-Krankheit ist eine langsam fortschreitende, schleichende Erkrankung des Zentralen Nervensystems. Sie betrifft bestimmte Gebiete des Gehirns (die Basalganglien), die an der Kontrolle der willkürlichen und unwillkürlichen Bewegung beteiligt sind. Die langsame Degeneration von Zellen der «Substantia nigra» (Schwarze Substanz) verursacht einen Mangel des Botenstoffes Dopamin im Gehirn. Dieser Mangel führt zu den klassischen Symptomen der Krankheit.

Die Parkinson-Krankheit ist nach der Alzheimer-Krankheit eine der häufigsten chronischen neurodegenerativen Erkrankungen überhaupt. Man geht davon aus, dass etwa eine Million Menschen in den USA und 1,4 Millionen Menschen in Europa daran erkrankt sind. In der Schweiz wird mit ca. 15'000 Betroffenen gerechnet.

Erste Beschwerden werden häufig zwischen dem 50. und dem 60. Lebensjahr bemerkt. Die Krankheit kann aber auch bedeutend früher oder später beginnen. Die wichtigsten Symptome sind eine Verlangsamung aller Bewegungen, eine Versteifung bestimmter Muskeln und manchmal ein feines Zittern von Hand und Fuss. Bei jedem Patienten drückt sich das Krankheitsbild jedoch etwas anders aus.


«Den» Parkinson gibt es nicht - jeder hat seinen eigenen!


Die Erkrankung wurde vom englischen Arzt James Parkinson (1755-1824) in seiner 1817 veröffentlichten Monographie «An Essay on the Shaking Palsy» («Eine Abhandlung über die Schüttellähmung») erstmals beschrieben. 

  muhammad ali hat parkinson
 
Parkinson-Patient: Muhammad Ali
Was Parkinson als «Lähmung» beschrieb, ist allerdings keine echte Lähmung, sondern eine Bewegungsarmut (Akinese). Diese Verlangsamung der Bewegungsabläufe zeigt sich am ausgeprägtesten in der Schwierigkeit, eine Bewegung zu starten. Verlangsamung, Versteifung und Zittern sind oft einseitig betont. 

Das Zittern wird von der Umwelt häufig zu Unrecht als Ausdruck von Alkoholmissbrauch interpretiert, was die Patienten spüren und sie stark kränkt. Es ist auch typisch, dass sich die Symptome (zum Beispiel das Zittern) beim Patienten verstärken, sobald er beobachtet wird, sich körperlich und geistig anstrengen muss oder in emotionalen Stresssituationen befindet. Die Umwelt deutet die Blockaden oft als «psychisch bedingt» («der Patient will nicht») - was nicht zutrifft: In Tat und Wahrheit kann der Patient nicht.

In unterschiedlicher Ausprägung können weitere Symptome hinzukommen wie eine leise Stimme, gebückte Körperhaltung, Traurigkeit, eine Abnahme des Mienenspiels, verlangsamte Denkabläufe sowie Störungen des vegetativen Nervensystemes (Schwitzen, Verdauungsstörungen, Schwierigkeiten beim Wasserlösen).

In späteren Stadien des Krankheitsverlaufes kann es durchaus vorkommen, dass bei Patienten innerhalb weniger Minuten Blockaden die Momente von guter Beweglichkeit ablösen. Der Patient kann darauf keinen Einfluss nehmen, was für ihn sehr belastend ist.



Prominente Parkinson-Kranke

Muhammad Ali (Cassius Clay) Legendärer Amerikanischer Boxchampion, der auch mit seinen Auftritten ausserhalb des Rings grossen Eindruck machte. Konvertierte 1964 mit 22 Jahren zum Islam und änderte seinen Namen in Muhammad X, dann Muhammad Ali.

Prinz Claus von Amsberg Seit 1966 mit Königin Beatrix (Königin der Niederlande) verheiratet.

Jassir Arafat Gründer und Führer der arabischen Partisanen-Organisation. Vom 12. Februar 1996 bis zu seinem Tod am 11. November 2004 Präsident der palästinensischen Autonomiegebiete. 1994 erhielt er den Friedensnobelpreis.

Leonid Breschnew 1964 bis 1982 Parteichef der KPdSU und sowjetischer Generalsekretär. Er fiel in den letzten Jahren seines Lebens durch Gangunsicherheit und Verlust seiner Vitalität auf.

Johnny Cash Einer der bekanntesten US-amerikanischen Country-Sänger («Ring Of Fire»). Der «Man in Black» genoss auch ausserhalb der Country-Szene grossen Respekt.

Salvador Dalí Surrealistischer Maler, Schriftsteller, Bildhauer, Bühnenbildner und Schauspieler. Der Spanier zählt zu den bedeutendsten Surrealisten und wird oft als einer der größten Meister des 20. Jahrhunderts gesehen.

Michael J. Fox Amerikanischer Schauspieler («Zurück in die Zukunft» I-III; «Das Geheimnis meines Erfolges», TV-Serie «Chaos City»), Golden-Globe- und Emmy-Award-Preisträger, leidet seit 1991 an Parkinson. Er ist ein Beispiel dafür, daß Parkinson auch schon in jungen Jahren auftreten kann.

Raimund Harmstorf Deutscher Schauspieler («Der Seewolf», «Michael Strogoff»).

Katharine Hepburn US-amerikanische Filmschauspielerin («African Queen», «Rate mal, wer zum Essen kommt», «Mit Dynamit und frommen Sprüchen»). Hollywoodlegende, die 12 mal für einen Oscar nominiert wurde und ihn vier mal für Ihre Leistung als Hauptdarstellerin erhielt.

Adolf Hitler Deutscher Diktator. Begründer und «Führer» des «dritten Reichs», entfesselte den Zweiten Weltkrieg und betrieb die systematische Entrechtung und Ermordung mehrerer Millionen europäischer Juden und Angehöriger anderer Volksgruppen.

Deborah Kerr Britische Filmschauspielerin («Quo Vadis», «Der König und ich», «Der Seemann und die Nonne», «Zeugin der Anklage»). Nahm den ihr 1994 verliehenen Ehren-Oscar in Hollywood trotz der Erkrankung persönlich entgegen.

Dr. Alois Mock Ehemaliger Aussenminister von Österreich.

Johannes Paul II (Karol Wojtyla) Papst von 1978 bis zu seinem Tod im Jahr 2005.

Vincent Price US-amerikanischer Filmschauspieler, der sich als Darsteller in Horrorfilmen («Die Fliege», «Der Untergang des Hauses Usher», «Der Rabe - Duell der Zauberer») einen legendären Namen machte.

Manfred Rommel Stuttgarter Ex-Oberbürgermeister.

Theodore Roosevelt 26. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika. Erhielt 1906 den Friedensnobelpreis.

Mao Tse-Tung Chinesischer Politiker. Rief 1949 die Volksrepublik China aus und leitete die sozialistische Umgestaltung Chinas ein. Parteichef bis zu seinem Tode 1976.

Wilhelm Freiherr von Humboldt Gelehrter und Staatsmann, u.a. Leiter des preussischen Kultus- und Unterrichtswesens und Gründer der Universität Berlin.

Deng Xiaoping Chinesischer Politiker, 1976 bis 1997 faktisch Führer der Volksrepublik China.

 
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