Multiple Sklerose (MS) ist eine entzündliche, chronische Erkrankung, welche viele (multiple) Stellen im Zentralnervensystem befällt und zu Läsionen und Narben (Sklerosen) in Gehirn und Rückenmark führt.
In Mitteleuropa gehört die Multiple Sklerose zu den häufigsten organischen Nervenerkrankungen. Es erkranken vornehmlich Erwachsene zwischen dem 20. und 45. Lebensjahr, wobei Frauen häufiger betroffen sind als Männer. Ausserdem ist eine familiäre Häufung der Multiplen Sklerose erwiesen.
Der Verlauf dieser Erkrankung lässt sich im Einzelfall nicht vorhersagen. Manche Patienten bleiben jahrelang arbeitsfähig, andere werden rasch von Lähmungen betroffen und an den Rollstuhl gefesselt. Von schwer wiegenden Einschränkungen ist jedoch nur ein kleiner Teil der Erkrankten (weniger als fünf Prozent) innerhalb kurzer Zeit betroffen.
 |
| Hoffnung dank Frühtherapie: Philip Gettys Leben nach dem ersten MS-Schub (Klick lädt PDF; Quelle: Gesundheit Sprechstunde 06/2008) |
Es ist wichtig, zu wissen, dass eine MS nicht zwangsläufig schwer verlaufen muss; im Gegenteil, die anfänglich auftretenden Krankheitszeichen bilden sich in der Regel fast alle vollständig wieder zurück – es kommt weitgehend zu einer Abheilung der entzündlichen Herde. Aber auch bei unvollständiger Rückbildung bleiben die Störungen oft relativ gering ausgeprägt und beeinträchtigen wenig.
Die MS ist charakterisiert durch das Auftreten von Symptomen, was man als Schub bezeichnet. Die Symptome eines Schubes verbessern sich häufig innerhalb von Tagen oder Wochen und können ganz oder teilweise wieder verschwinden. Diesen Vorgang nennt man . Das symptomfreie Intervall zwischen zwei Schüben (Remissionsphase) variiert ebenfalls von Patient zu Patient: einige Wochen bis mehrere Jahre. Trotz fehlender Symptome kann aber die Krankheit weiter aktiv sein.