Unter einem Lungenödem versteht man eine krankhafte Ansammlung von Flüssigkeit im Lungengewebe und in den Lungenbläschen (Alveolen). Der von der Flüssigkeit gefüllte Raum steht dem Gasaustausch nicht mehr zur Verfügung, was die Lungenfunktion beeinträchtigt und zu Atemnot führt. Ein Lungenödem kann als Folge verschiedener Erkrankungen auftreten.
Am Anfang der Erkrankung ist das umliegende Bindegewebe (Interstitium) betroffen, die Lungenbläschen (Alveolen) selber sind aber noch nicht mit der Blutflüssigkeit gefüllt. Später sind dann auch die Lungenbläschen mit befallen, was schliesslich eine lebensbedrohliche Situation darstellt: Durch die Flüssigkeitsansammlung steht immer weniger Lungenfläche für den lebensnotwendigen Gasaustausch zur Verfügung, der Betroffene leidet unter massiver Atemnot und ertrinkt schlimmstenfalls innerlich.
Ein akutes Lungenödem stellt also eine lebensgefährliche Situation dar - sofortige ärztliche Hilfe ist gefragt! Im Krankenhaus wird der Patient auf die Intensivstation gebracht und künstlich beatmet.
Unterscheidung nach Ursache und zeitlichem Auftreten
Grundsätzlich wird zwischen dem
toxischen Lungenödem (nach dem Einatmen giftiger Gase, Magensaftaspiration, Heroinvergiftung) und dem weitaus häufigeren und lebensgefährlichen
kardialen Lungenödem (Folge von Herzschwäche) unterschieden.
Zur besseren Unterscheidung teilt man Lungenödeme zusätzlich nach dem zeitlichen Auftreten ein. So kann es schnell (akutes Lungenödem) oder verzögert (subakutes Lungenödem) auftreten; es kann aber auch schon längere Zeit bestehen und sich schleichend entwickelt haben (chronisches Lungenödem).