Der Fachbegriff «Lungenemphysem» lässt sich am besten mit «Lungenüberblähung» übersetzen.
Nach der Definition der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist das Emphysem definiert durch eine «irreversible Erweiterung der Lufträume distal der terminalen Atemwege infolge Destruktion des elastischen Gerüsts dieser Strukturen».
Was ist damit gemeint? «Irreversibel» bedeutet «nicht umkehrbar»: Das Emphysem ist eine Erkrankung, die insofern nicht heilbar ist, als keine vollständige Wiederherstellung einer gesunden Lunge mehr stattfinden kann. Bei den Veränderungen, die dem Emphysem zugrunde liegen, handelt es sich um endgültige Narbenzustände. Infolge wiederkehrender Entzündungen kommt es zur Zerstörung (Destruktion) der kleinsten (terminalen) Atemwege und der Strukturen dahinter (distal), also der Lungenbläschen (Alveolen). Die kleinen Atemwege und die Alveolen sind von elastischen Fasern umgeben, die durch die Entzündungen zerstört werden. Das Emphysem ist somit durch eine Erweiterung der kleinsten Atemwege und der Lungenbläschen gekennzeichnet.
Das Emphysem gehört in die Gruppe der obstruktiven Lungenerkrankungen, zu denen auch das Asthma bronchiale und die
Bronchitis, chronisch mit Verengung der Atemwege gehören.
«Obstruktion» bedeutet «Verengung» der Bronchien. Daraus resultiert eine Einschränkung der Luftströmung durch die Atemwege. Die Krankheitsbilder mit chronischer (andauernder) Verengung der Atemwege werden auch unter dem Begriff der chronisch obstruktiven Lungenerkrankung COPD zusammengefasst. Zwischen den verschiedenen Krankheitsbildern gibt es eine grosse Menge an Gemeinsamkeiten und Überlappungen.
Das Zusammentreffen von Überblähung einerseits und Verengung der Atemwege andererseits klingt zunächst paradox. Beides ist eine Folge der Zerstörung der elastischen Fasern in der Lunge. An den kleinen Bronchien und den Lungenbläschen führt dies zu einer Aufweitung, an grösseren und mittleren Bronchien jedoch zu einer Verengung durch Kollaps während der Ausatmung.