Die erektile Dysfunktion umschreibt den volkstümlichen Begriff der Impotenz, der Unfähigkeit des Mannes zur Ausübung des Geschlechtsverkehrs. Im medizinischen Sprachgebrauch ist von ED die Rede, wenn beim betroffenen Patienten seit mindestens sechs Monaten Störungen der Versteifungsfähigkeit des Gliedes bestehen, wobei mindestens 70 Prozent der Versuche zur Ausübung des Geschlechtsverkehrs erfolglos blieben.
Erektionsstörungen sind sehr verbreitet: Weltweit sehen sich rund 152 Millionen Männer in unterschiedlichem Masse damit konfrontiert! Wobei gelegentliche, vorübergehende Probleme mit der Erektion durchaus normal sind und noch kein Anlass zur Sorge. Eine nähere Untersuchung wert sind sie jedoch, wenn sie regelmässig auftreten - nicht unbedingt bei jedem gewünschten sexuellen Verkehr aber doch häufig.
Ein wichtiger Faktor ist das Alter: Je älter der Mann, desto grösser die Wahrscheinlichkeit, von Erektionsstörungen betroffen zu sein.

Männliches Becken 1 Schambein 2 Blase 3 Vorsteherdrüse (Prostata) 4 Schwellkörper 5 Harnröhre (Urethra) 6 Eichel (Glans penis) 7 Hoden (Testis) | Penisquerschnitt 8 Schwellkörper 9 Penisarterien 10 Penisvenen 11 Harnröhre (Urethra) |
Die fünf Phasen einer Erektion
- Latenzphase Blutfüllung des Penis
- Tumeneszenzphase Grössenzunahme aufgrund der Blutfüllung
- Erektionsphase Penis beginnt sich aufzurichten
- Rigiditätsphase Penis hat seine vollständige Grösse und Härte erreicht
- Detumeszenzphase Nach der Ejakulation; Verkleinerung
Kategorisierung der erektilen Dysfunktion
- Keine ED Keine Probleme, eine Erektion zu erlangen und aufrechtzuerhalten.
- Leichte ED Leichte Probleme, eine Erektion zu erlangen und aufrechtzuerhalten. Betroffene Männer erleben nur gelegentlich sexuelle Befriedigung.
- Mittlere ED Ziemliche Probleme, eine Erektion zu erlangen und aufrechtzuerhalten. Betroffene haben nur selten sexuelle Befriedigung. Die Mehrheit der Männer mit Erektionsproblemen leidet unter dieser mittleren Form der erektilen Dysfunktion.
- Starke ED Grosse Probleme, eine Erektion zu erlangen und aufrechtzuerhalten resp. gar keine Erektion mehr. Keine oder nur sehr selten sexuelle Befriedigung für betroffene Männer.
«Impotent» bedeutet nicht unfruchtbar!
Im Volksmund werden unter «Impotenz» auch Störungen des sexuellen Verlangens und männliche Unfruchtbarkeit verstanden. Dies entspricht nicht der medizinischer Definition!
- Die Libido charakterisiert das sexuelle Verlangen. Die Ursachen von Libidostörungen liegen in erster Linie im hormonellen und psychischen Bereich.
- Die männliche Zeugungseinschränkung/Zeugungsunfähigkeit ist deutlich abzugrenzen von der männlichen Potenz, also von der Fähigkeit, mit der Partnerin schlafen zu können, eine Erektion und einen Samenerguss zu haben. Wer einen Samenerguss hat, muss nicht automatisch zeugungsfähig sein, während ein impotenter Mann durchaus zeugungsfähig sein kann.