Hirntumoren sind Wucherungen von Zellen im Gehirn und im Rückenmark. Dabei werden die primären Hirntumoren, die im Gehirn entstehen, von Ablegern anderer Tumoren im Gehirn (Metastasen) unterschieden. Je nach Zelltyp und Tumorart werden die Hirntumoren in verschiedene Typen klassifiziert.
Primäre Hirntumoren umfassen eine grosse Zahl verschiedener Typen. Die Gliome machen rund die Hälfte der primären Hirntumoren aus. Gliome entstehen aus neuroepithelialen Zellen, das heisst aus dem Hüll- und Stützgewebe des Nervensystems. Im Gegensatz zu den Nervenzellen sind diese Zellen auch nach der Geburt noch teilungsfähig. Sie werden aufgrund ihrer Bösartigkeit in vier verschiedene Grade unterteilt, wobei das Glioblastoma multiforme als bösartigster Hirntumor gilt. Weniger bösartige Hirntumoren werden aufgrund der Ausgangszellen auch als Astrozytome bezeichnet. Diese Gliome können mit der Zeit in eine aggressive Form übergehen. Zu den Gliomen zählen zudem die seltenen Medulloblastome und Ependymome, die vorwiegend Kinder betreffen, sowie Oligodendrogliome. Weitere primäre Hirntumoren sind die Meningiome, Akustikusneurinome, Hypophyseadenome und Kraniopharyngeome. Ihre Namen stammen von den Zellen und Hirnarealen, die sie betreffen. Weil das Gehirn auch unsere Sinne, Gefühle und das Gedächtnis kontrolliert, können Tumoren des Gehirns weitreichende Konsequenzen für den ganzen Organismus haben.
Häufigkeit
Jedes Jahr erkranken in der Schweiz etwa 400 bis 450 Personen an einem bösartigen Tumor des Gehirns. Männer sind etwas häufiger betroffen als Frauen. Jede sechste Erkrankung tritt bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen unter 30 Jahren auf, jede dritte bei 30- bis 60-jährigen und jede zweite bei Menschen über 60 Jahren. Hirntumoren sind die häufigsten soliden Tumoren bei Kindern. Ein häufiger, meist gutartiger Hirntumor ist das Meningeom.