Eine Hirnblutung kann die Folge eines Unfalles oder eines spontan geplatzten Hirngefässes sein. Je nach Ursache sind unterschiedliche Strukturen von der Einblutung betroffen.Eine Hirnblutung kann die Hirnmasse direkt oder die Räume, die um das Hirn gelegen und durch die Hirnhäute abgetrennt sind, betreffen. Da sich der knöcherne Schädel nicht ausdehnen kann, kommt es zu einem erhöhten Hirndruck. Dies stellt immer einen lebensbedrohlichen Zustand dar und erfordert sofortige Behandlung.
Blutungen im Bereich der Hirnhäute
Die harte Hirnhaut (Dura mater) liegt direkt dem Schädelknochen auf und sichert das Gehirn mechanisch. Unter der harten Hirnhaut liegt die äussere weiche Hirnhaut, die Arachnoidea mater, auch Spinngewebshaut genannt. Dazwischen befindet sich ein kleiner Spalt, der Subduralraum. Unter der Spinngewebshaut bedeckt die innere weiche Haut, die Pia mater, das Hirngewebe. Dazwischen liegt der Subarachnoidalraum, der die Hirnflüssigkeit (Liquor) enthält.
- Epidurale Blutung: Das Blut ergiesst sich in den Raum zwischen Knochen und harter Hirnhaut. Durch den Bluterguss wird das Gehirn zusammengedrückt, der Hirndruck steigt stark an. Die harte Hirnhaut wird vom Knochen abgehoben.
- Subdurale Blutung: Die Blutansammlung liegt zwischen harter Hirnhaut und Spinngewebshaut, meist erfolgt die Blutung aus einer Vene. Ein akuter oder chronischer Verlauf sind möglich.
- Subarachnoidalblutung: Das Blut mischt sich mit der Hirnflüssigkeit (Liquor) im Raum zwischen Spinngewebshaut und innerer weicher Hirnhaut. Den Patienten quälen plötzlich einsetzende, rasende Kopfschmerzen. Eine Subarachnoidalblutung infolge Einreissens einer Aussackung der Gefässwand (Aneurysma) ist in etwa fünf Prozent der Fälle Ursache eines Schlaganfall.
Die Ursache einer epiduralen und einer subduralen Blutung ist meistens ein Trauma, während es sich bei der Subarachnoidalblutung um eine spontane Blutung handelt.
Intrazerebrale Blutung
Bei einer intrazerebralen Blutung strömt das Blut direkt in das umgebende Hirngewebe. Neurologische Ausfälle wie Lähmungen, Störungen der Sensibilität oder des Sehens sind die Folgen. Am häufigsten ist ein Bluthochdruck die Ursache. Eine intrazerebrale Blutung macht etwa zehn Prozent aller Schlaganfälle aus.
Die Blutung in das Hirngewebe zerstört Hirnzellen und erhöht den Druck im Schädelinneren. Vom umgebenden Hirngewebe werden entzündungsfördernde Substanzen freigesetzt, welche zu einer Flüssigkeitsansammlung im Hirngewebe führen (Hirnödem). Es kommt zu einem Teufelskreis, in dem der Hirndruck immer höher wird und das zerstörte Gebiet immer grösser.