Herzschwäche

Herzschwäche

(Herzschwäche, Myokard-Insuffizienz)

Ist das geschwächte Herz nicht mehr in der Lage, das Blut ausreichend stark oder schnell im Körper kreisen zu lassen, kommt es zu einem Blutstau «vor» dem Herzen. Atemnot, Schwäche, Unwohlsein und geschwollene Beine gehören zum typischen Krankheitsbild der Herzinsuffizienz.

 
 
Der gesunde Herzmuskel sorgt mit seiner ständigen Pumparbeit dafür, dass das Blut ununterbrochen im Körper zirkuliert. Flussrichtungen: Rechter Vorhof -> rechte Hauptkammer (1); rechte Hauptkammer -> Lungenschlagader (2) sowie linker Vorhof -> Linke Hauptkammer (3); linke Hauptkammer -> Körperschlagader (4)
Bei einer Herzinsuffizienz ist das geschwächte Herz nicht mehr in der Lage, eine genügend grosse Blutmenge in den Körperkreislauf zu pumpen. Ärzte sprechen in einem solchen Fall von einer reduzierten Auswurf-Fraktion.

Das über die Aorta vom Herz ausgeschleuderte Blut gelangt durch die Blutgefässe in den Körper und in alle Organe. Von dort fliesst es durch die obere und untere Hohlvene wieder zum Herz zurück. Damit dieser Kreislauf funktioniert, muss das Herz das Blut mit viel Kraft ins Gefässsystem pumpen. Während die linke Herzhälfte diese Aufgabe für den Körperkreislauf übernimmt, ist die rechte Herzhälfte dafür zuständig, dass Blut in die Lungen gelangt, wo es mit Sauerstoff beladen (oxygeniert) wird.

Wenn der Herzmuskel so stark geschwächt ist, dass er das Blut nicht mehr ausreichend stark oder ausreichend schnell durch die Blutgefässe kreisen lassen kann, staut sich das Blut vor dem Herzen zurück in die Lunge, die Leber und in die Beinvenen. Man bezeichnet das als nicht mehr ausreichende (insuffiziente) Herzkraft oder Herzmuskelschwäche. Die Patienten sind häufig schwer krank und brauchen eine ausgeklügelte Therapie sowie eine engmaschige ärztliche Betreuung.

Die Herzinsuffizienz-Statistiken sind erschreckend: Mit mehr als 22 Millionen Betroffenen weltweit ist Herzschwäche die am stärksten zunehmende Herz-Kreislauf-Erkrankung. In der Schweiz leiden etwa 150'000 Menschen daran. Experten sprechen von der Spitze eines Eisbergs. Das ganze Ausmass der «Herzschwäche-Epidemie» wird erst in den kommenden Jahren sichtbar werden.


Akute Herzinsuffizenz

Akute Herzschwäche ist eine plötzlich auftretende, lebensbedrohliche Situation. Zu den häufigsten Ursachen gehören grosse Herzinfarkt, schwere Lungenembolien, Herzrhythmusstörungen oder eine Bluthochdruck-Krise.


Chronische Herzinsuffizenz

Die chronische Herzschwäche beginnt schleichend. Sie kann sogar jahrelang unbemerkt bleiben. Das Herz versucht sich ständig anzupassen. Beispielsweise verdickt sich die Wand der linken Herzkammer. Es besteht dauernd die Gefahr, dass das Herz dekompensiert und sich erweitert. So ist es nicht mehr in der Lage ist, genügend Blut zu pumpen. Es droht ein Kreislaufkollaps. Das Risiko für eine chronische Herzinsuffizienz nimmt mit steigendem Alter ständig zu.

 
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