Grippe

(Flu, Influenza, Virusgrippe)

Die Grippe ist eine akute Infektionskrankheit, die hauptsächlich in der kalten Jahreszeit von November bis April auftritt und sich alle 1 bis 3 Jahre epidemisch ausbreitet. Die Erkrankung ist hoch ansteckend und macht sich mit starken Symptomen bemerkbar. Die Grippe und ihre möglichen Begleiterkrankungen können für Angehörige bestimmter Risikogruppen lebensbedrohlich sein.

Hohes Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen, Schwächegefühl, Husten, Heiserkeit - schon wieder hat uns eine Grippe eingeholt und fesselt uns eine Woche ans Bett. «Eine» und nicht «die» Grippe, weil es nicht nur 3 verschiedene Grippetypen (A, B, C) gibt, sondern sich die Verursacher der schweren akuten Erkrankung - vor allem die Typ-A-Grippeviren - auch immer wieder genetisch verändern. Die Folge: Die vom Körper im Zuge einer Grippeimpfung oder überstandenen Grippeerkrankung erworbenen Abwehrwaffen sind gegen die nächste Virus-Abart bereits wieder wirkungslos.


  Aus dem Stall in die weite Welt: Viren, die dem Tier nicht einmal schaden müssen, springen auf den Menschen über und lassen neue, gefährliche Grippearten entstehen.
 
Aus dem Stall in die weite Welt Viren, die dem Tier nicht einmal schaden müssen, springen auf den Menschen über und lassen neue, gefährliche Grippearten entstehen.
Die Gefahr kommt aus Asien

Der Begriff Grippe stammt aus dem Französischen und bedeutet so viel wie «Grille» im Sinne von «Laune». Das ebenfalls gebräuchliche Influenza ist vom lateinischen «influere» («sich einschleichen») abgeleitet. Beide zusammen umschreiben treffend den Charakter der Virusgrippe: Sie macht sich plötzlich und sprunghaft bemerkbar und verbreitet sich unbemerkt, schleichend, von einem infizierten Träger zum anderen.

Auch wenn die Benennung europäische Wurzeln hat: Seit dem 20. Jahrhundert haben die meisten Grippeepidemien ihren Ursprung im asiatischen Raum. Mensch und Tier leben dort in grosser Zahl, sehr dicht und unter problematischen hygienischen Bedingungen mit- und nebeneinander. Immer wieder kommt es vor, dass von wildlebenden Wasservögeln eine neue Vogelgrippe auf Hühner überspringt. Von dort nehmen die Viren entweder den Umweg über Säugetiere - vor allem Schweine - oder stecken den Menschen gleich direkt an. Das Resultat: Eine neue, gefährliche und für unseren Körper unbekannte Grippeart, die im Zeitalter der globalen Mobilität schnell den Weg in die weite Welt findet.


In der Schweiz wacht Sentinella

Grippeviren werden durch Tröpfcheninfektion - durch Niesen, Husten, Sprechen, einen Händedruck oder Kuss - von Mensch zu Mensch weitergegeben. Wer infiziert wurde, ist schon vor dem Auftreten der ersten Symptome ansteckend, was die schnelle Verbreitung der Krankheit erklärt.

Tritt die Grippe in einer Region oder einem Land massenhaft auf (ab 1,5 Verdachtsfälle pro 100 Arztkonsultationen), spricht man von einer Epidemie. Betrifft sie mehrere Länder oder hat sie gar globale Ausmasse erreicht, gilt sie als Pandemie. Auskunft über die aktuelle Situation in der Schweiz gibt das seit 1986 bestehende Grippeüberwachungssystem Sentinella. Die laufend zusammengetragenen Informationen zur aktuellen Grippesituation werden als einmal wöchentlich aktualisierter Bericht veröffentlicht.


Pandemien fordern Millionen Menschenleben

Als schwerste heute bekannte Pandemie gilt die von Spanien ausgehende Spanische Grippe von 1918/19, an der damals weltweit ca. 500 Millionen erkrankten und schätzungsweise 22 Millionen verstarben. Weitere verheerende Pandemien waren seither die Asiatische Grippe (1968/69) und die Hongkong-Grippe (1977), die zusammen rund 1,5 Millionen Menschen das Leben kosteten.

Mit Pandemien ist alle paar Jahrzehnte zu rechnen: Die letzte grössere war 1989 in Grossbritannien und Frankreich zu verzeichnen. 1997 konnte eine im Keim erstickt werden: Als in Hongkong sechs Menschen innert kürzester Zeit an einer Grippe starben, konnte der Ausbruch einer weiteren Pandemie durch Geflügel-Notschlachtungen im grossen Stil verhindert werden.

Der Ausbruch der nächste Epi- oder Pandemie ist nur eine Frage der Zeit. Immerhin verfügen Wissenschaft und Medizin mittlerweile aber über viel Erfahrung mit der Verbreitung der Grippe und sind auch in der Lage, innert nützlicher Frist (einige Monate nach dem Ausbruch) wirksame Impfstoffe zu produzieren.
 
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