Diabetes mellitus

Diabetes mellitus

(Zuckerkrankheit)

Der Diabetes mellitus ist eine chronische Störung des Blutzuckerstoffwechsels mit zeitweiser oder ständiger Erhöhung des Blutzuckerspiegels. Ursache ist ein Insulinmangel (Typ 1) respektive ein vermindertes Ansprechen des Körpers auf Insulin (Typ 2). Über 90 Prozent der Diabetiker leiden am Typ 2.

Als direkte Folge der Zuckerkrankheit kann der im Blut enthaltene Energielieferant Traubenzucker (Glukose) vom Körper nicht mehr in das Zellinnere aufgenommen werden, während er im Blut in zu hoher Konzentration enthalten ist. Ab einem bestimmten Schwellenwert wird zudem Glukose mit dem Urin ausgeschieden, was nebst dem Energie- und Mineralienverlust durch den Flüssigkeitsverlust auch zu einer Austrocknung des Körpers führt.

Diabetiker haben ein deutlich erhöhtes Risiko für schwerste Begleit- und Folgeerkrankungen. 75 % aller Typ-2-Diabetiker bzw. 35 % aller Typ-1-Diabetiker sterben an kardiovaskulären Komplikationen. Im Vergleich zu gesunden Menschen ist bei Typ-2-Diabetikern das Risiko für eine koronare Herzkrankheit (KHK) um mehr als das Dreifache und für eine zerebrovaskuläre Erkrankung (z. B. Hirnschlag) um mehr als das Doppelte erhöht. Die Lebenserwartung eines 40-Jährigen mit neu diagnostiziertem Diabetes Typ 2 ist durchschnittlich um 8 Jahre reduziert. Generell kann man sagen, dass ein schlecht eingestellter Diabetes die Lebenserwartung erheblich reduziert.

  • Der Typ-1-Diabetes beruht auf einem Insulin-Mangel infolge Zerstörung der insulinproduzierenden Zellen. Diese Beta-Zellen gehören zur Bauchspeicheldrüse (Pankreas), sind also ein bestimmter Typ der so genannten Inselzellen.

    Am höchsten ist die Neuerkrankungsrate bei Kindern zwischen 11 und 13 Jahren. Deshalb wurde der Typ-1-Diabetes früher auch als «jugendlicher Diabetes» oder «juveniler Diabetes» bezeichnet. Als Ursache des Typ-1-Diabetes gilt heute das Zusammenwirken von erblicher Veranlagung und äusseren Faktoren (z.B. Virusinfektionen) und einer Fehlsteuerung des Immunsystems. Bestimmte weisse Blutkörperchen (T-Lymphozyten) richten sich speziell gegen die Beta-Zellen. Deshalb kommt es zum Untergang dieser insulinproduzierenden Zellen und zum absoluten Insulin-Mangel. Ohne Insulin kann Glukose nicht mehr aus dem Blut in die Körperzellen aufgenommen und verwertet werden. Die Zuckerspiegel im Blut steigen an. Der Körper beginnt sein Fettgewebe aufzuzehren, um zu Energie zu gelangen.
          
  • Der Typ-2-Diabetes kommt dadurch zustande, dass die Körperzellen vermindert auf Insulin ansprechen. Er macht sich meist nach dem 40. Lebensjahr erstmals bemerkbar und wurde deshalb früher auch als «Altersdiabetes» oder «Alterszucker» bezeichnet. Erschreckenderweise sind jedoch immer mehr Jugendliche davon betroffen. Auslösende Faktoren sind fettreiche Kost, Übergewicht und Bewegungsmangel.
Ein erstmals während der Schwangerschaft auftretender Diabetes wird als Schwangerschafts- oder Gestationsdiabetes bezeichnet. In der Regel verschwindet diese Diabetes-Form nach Beendigung der Schwangerschaft.



7 Millionen Zuckerkranke in Europa

Die Diabetes-Häufigkeit nimmt ständig zu. Von der Gesamtbevölkerung Europas - etwa 740 Millionen - sind schätzungsweise 1 Prozent diagnostizierte Diabetiker. Die Dunkelziffer nicht erkannter Diabeter dürfte ebenfalls 1 Prozent betragen. Experten rechnen mit über 10 Millionen Diabetikern im europäischen Raum und mit etwa 350'000 Zuckerkranken in der Schweiz.

Von den ca. 7 Millionen Zuckerkranken in Europa sind 10 Prozent Typ-1-Diabetiker, die an einem absoluten Insulinmangel leiden und unbedingt auf eine Behandlung mit Insulin angewiesen sind. 90 Prozent haben einen Typ-2-Diabetes, der auf verschiedene Arten behandelt werden kann: mit Ernährungsanpassung und Bewegung, mit Tabletten oder ebenfalls mit Insulin.

Wichtig ist, dass bei Tabletten- oder Insulinbehandlung zusätzlich eine Ernährungsanpassung stattfinden muss. Die Diabetes-Kontrolle durch Ernährung und Bewegung wird also nicht durch Tabletten und/oder Insulin abgelöst, sondern um diese erweitert.
 
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