Depression

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Leichte depressive Verstimmungen sind ein normales Phänomen. Sie können ein Signal sein, im Leben Veränderungen vorzunehmen. Depressionen hingegen sind Störungen des Gefühlslebens. Der Patient fühlt sich innerlich leer und gefühlslos. Häufig treten auch Suizidgedanken auf.

 
 

Mit dem Krankheitsbild «Depression» werden Störungen der Affektivität (Gefühls- und Gemütszustand) mit depressiven Episoden bezeichnet. Damit ist aber mehr als einfach Traurigkeit oder Unglücklichsein gemeint. Es ist auch nicht Ausdruck von Selbstmitleid oder Willensschwäche. Depression ist ein Krankheitszustand und erfordert eine spezielle Behandlung.

Gekennzeichnet sind Depressionen durch Bedrücktheit, Pessimismus und Freudlosigkeit. Ebenso können sich Energiemangel, innere Unruhe oder Verlangsamung, Schlafstörungen, Konzentrationsschwierigkeiten und Appetitstörungen zeigen. Nicht selten kommen Suizidgedanken oder der Wunsch, tot zu sein, vor.

Depressionen gehören zu den belastendsten Erkrankungen überhaupt, weil der Patient während der ganzen depressiven Episode ununterbrochen an den quälenden Symptomen leidet.


Häufigkeit von Depressionen

Depression ist eine weit verbreitete psychische Erkrankung. Rund 5 Prozent der Weltbevölkerung leidet derzeit an dieser Krankheit. Gut jede vierte Frau und jeder achte Mann erkrankt im Laufe ihres Lebens an einer Depression, unabhängig von Alter und sozialer Schicht.


Formen der Depression

Bei der Depression unterscheidet man je nach Ursache und Symptomen verschiedene Krankheitsformen:
  • Endogene Depression Bezeichnet eine von innen heraus entstandene Depression, die weder durch erkennbare körperliche Erkrankung noch durch äussere Ursache begründbar ist.
  • Psychogene Depression Sammelbezeichnung für psychisch nicht begründbare Depressionen, z.B. Erschöpfungsdepression. Frauen sind häufiger davon betroffen als Männer.
  • Saisonale Depression Sie tritt regelmässig im Herbst auf und verschwindet gegen Ende des Winters wieder.
  • Psychotische Depression Hierbei handelt es sich in der Regel um eine schwere Form mit depressiven, aber zusätzlich auch wahnhaften Symptomen. Der Patient kann neben den Zeichen der Depression auch Halluzinationen oder Wahnideen (z.B. Wahn, an allem Schuld zu sein) entwickeln.
  • Larvierte Depression Gemeint ist eine Depression bei gleichzeitiger Unfähigkeit des Patienten, seine depressive Verstimmung als solche wahrzunehmen und zu beschreiben. Statt dessen werden Beschwerden verlagert und als körperliche Symptome dargestellt (Kopf- oder Rückenschmerzen, Verdauungsbeschwerden, Appetit- und Schlafstörungen). Der Patient geht nicht wegen seiner Depression zum Arzt, sondern wegen den körperlichen Beschwerden, die die Depression bei ihm verursacht. Die richtige Diagnosestellung ist in diesen Fällen oft schwierig.
  • Somatogene Depression Damit ist eine Depression gemeint, die durch eine direkte oder indirekte Schädigung der Gehirnfunktion zu Stande gekommen ist. Sie kann durch Infektionen, Hirntumore, Hirnentzündungen, Epilepsie, Demenz oder Medikamente entstehen. Auch die Wochenbett- und Klimakterium-Depressionen gehören zu dieser Gruppe.


Uni- und bipolare Depressionen

Es gibt eine Unterscheidung zwischen unipolarer und bipolarer Depression. Beim unipolaren Typ kommen während der Krankheitsphase nur depressive Episoden vor. Bipolare Depression beinhaltet dagegen neben den depressiven zusätzlich auch manische Episoden. Diese können einer Depression entweder vorausgehen oder ihr folgen. Man spricht dann von manisch-depressiver Erkrankung.


Kurzfristiger Verlauf

Eine depressive Phase beginnt oft allmählich über Wochen oder Monate. Öfters, aber keinesfalls immer, fand im Vorfeld ein belastendes Lebensereignis statt (Tod einer nahestehenden Person, Verlust der Arbeitsstelle, plötzliche grosse finanzielle Krise, ...). Die Dauer einer solchen Phase ist variabel. Bei schwer kranken Patienten beträgt sie durchschnittlich fünf bis sechs Monate.


Langzeitverlauf

Leider ist es oftmals so, dass auf eine erste depressive Episode weitere Krankheitsphasen folgen. Studien zeigen, dass bei mindestens drei Vierteln der schwer depressiven Personen im Laufe des Lebens weitere Krankheitsphasen auftreten. Eine Rückfalltendenz bleibt bis ins hohe Alter bestehen. Der zeitliche Abstand zwischen dem Beginn einer Krankheitsphase und dem der nächsten liegt im Durchschnitt bei vier bis fünf Jahren. Dabei ist das Intervall zwischen erster und zweiter Krankheitsphase im Allgemeinen grösser als zwischen späteren Phasen.

Nicht alle Patienten erleben eine vollständige Zurückbildung der Symptome. Bei ca. 15 Prozent der Betroffenen besteht die Depression langfristig fort.
 
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