Darmkrebs

(Dickdarm- und Mastdarmkrebs, Rektumkarzinom, Kolorektales Karzinom, Darmkarzinom)

Mit Dickdarmkrebs wird das Wachstum eines bösartigen Tumors im Dickdarm einschliesslich des Mastdarms (Rektum) bezeichnet. Aufgrund des seltenen Vorkommens von Krebserkrankungen im Dünndarm ist mit dem Begriff «Darmkrebs» im engeren Sinne immer der Dickdarmkrebs gemeint.

  Darmanatomie
 
1 Dickdarm. 2 Blinddarm. 3 Dünndarm. 4 Sigma. 5 Rektum und After.
Der Dickdarm ist wie ein umgekehrtes U im Bauchraum gelagert. Er beginnt am Ende des Dünndarms im rechten Unterbauch, steigt dann hoch und quert den Oberbauch nach links, führt der linken Bauchseite entlang wieder nach unten und formt dort eine S-förmige Schlinge (Sigma). 15 cm oberhalb des Afters geht er in den Mastdarm (Rektum) über. Rund 70 Prozent der bösartigen Tumoren finden sich im Sigma oder im Rektum.

Wie bei jeder Krebserkrankung tritt beim Dickdarmkrebs eine krankhafte Veränderung im Bereich einer Zellgruppe auf, diese Zellen bilden durch unkontrollierte, vermehrte Zellteilung eine Geschwulst (Tumor). Die Zellen dieser Geschwulst haben die Tendenz, in angrenzende Gewebe, auch über Organgrenzen hinaus, hineinzuwachsen. Diese Eigenschaft bezeichnet man als bösartig. Sie gehen in der Regel von der innersten Wand des Darmrohres (Schleimhaut) aus und entstehen mehrheitlich durch Entartung eines zunächst gutartigen Polypen.

Einzelne dieser Tumorzellen werden mit dem Blut- oder Lymphstrom fortgetragen. Sie führen zu Krebsabsiedlungen in nahen Lymphknoten oder bilden Tochtergeschwülste (Metastasen) in der Leber, Lunge, Skelett oder in anderen Organen.



Wichtige Kriterien

Zur genauen Beschreibung einer Dickdarmkrebserkrankung sind verschiedene Angaben erforderlich:
  • Die Grösse der Krebsgeschwulst und die Tiefe ihres Vordringens in die Schichten der Darmwand
  • Das Vorliegen von Tochtergeschwülsten in anderen Organen
  • Die so genannte Differenzierung der Krebszellen. Hierzu wird eine Gewebeprobe mikroskopisch untersucht. Man vergleicht dabei die Krebszellen mit gesunden Zellen der Dickdarmschleimhaut. Krebszellen, die den gesunden Dickdarmzellen sehr ähnlich sehen, nennt man hoch differenziert. Je ähnlicher sich die Zellen sind, um so gutartiger wird die Krebsgeschwulst beurteilt. Krebszellen, die hingegen keine oder nur noch eine entfernte Ähnlichkeit mit dem ursprünglichen Gewebe aufweisen (niedrig differenziert), gelten als besonders aggressiv und bösartig.
  • Das Vorhandensein von Krebszellen in benachbarten Lymphknoten


Häufigkeit

In der Schweiz ist der Dickdarm- und Mastdarmkrebs (kolorektales Karzinom) der zweithäufigste bösartige Tumor. Jedes Jahr erkranken daran ca. 3500 Menschen, je zur Hälfte Frauen und Männer. Das Risiko einer Erkrankung beginnt etwa ab dem 40. Altersjahr und steigt mit zunehmendem Lebensalter. Rund die Hälfte der Fälle treten nach dem 70. Altersjahr auf.

 
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