Das Cushing-Syndrom wird hervorgerufen durch eine lang anhaltende und übermässige Bildung des Hormons Kortisol. Die krankhaften Folgen der erhöhten Kortisolkonzentration im Blut wurden erstmals 1909 durch den Arzt Harvey Williams Cushing beschrieben.
Kortisol wird in den Nebennieren gebildet. Kortisol gehört zu den wichtigsten Hormonen des Körpers - sein Fehlen wäre innerhalb kurzer Zeit tödlich. Die Hauptwirkungen des Kortisols sind:
- Mobilisierung der Energiereserven bei Stresszuständen (Krankheit, Operation, körperliche Belastung)
- Erhaltung von Blutdruck und Herzkreislauffunktionen
- Beeinflussung der Entzündungsreaktion des Körpers bei Infektionen und chronisch entzündlichen Erkrankungen
- Regulation des Eiweiss-, Zucker- und Fettstoffwechsels
Die Kortisol-Bildung in der Nebennierenrinde wird durch ein ausgefeiltes Zusammenspiel von verschiedenen Hormonen im Körper reguliert und gesteuert, um eine bedarfsgerechte Produktion zu ermöglichen. Hierbei spielt die Hirnanhangsdrüse (Hypophyse) eine entscheidende Rolle: Das bohnengrosse Organ, liegt unterhalb des Grosshirns, ca. 6 cm hinter den Augen. Hier wird das Steuerhormon ACTH gebildet, das über den Blutstrom die Nebennieren erreicht und für die Freisetzung von Kortisol sorgt.
Das Cushing-Syndrom ist eine seltene Krankheit: Pro Jahr kommen auf 10 Millionen Einwohner 20 Erkrankungen. Hauptsächlich sind Menschen zwischen dem 20. und 50. Lebensjahr betroffen.