Die chronische Bronchitis steht nach den Herz-Kreislauf- und den Gelenkerkrankungen sowie den Leber-Gallen-Leiden an vierter Stelle der Volkskrankheiten. Gemäss einer Definition der Weltgesundheitsorganisation WHO wird von chronischer Bronchitis gesprochen, wenn es beim Patienten zu «Husten und Auswurf an den meisten Tagen während mindestens je drei Monaten in zwei aufeinanderfolgenden Jahren» kommt.
Die Krankheit ist gekennzeichnet durch eine vermehrte Schleimbildung in den Atemwegen als Abwehrreaktion gegen eine erhöhte Belastung durch eingeatmete Schadstoffe, vor allem Tabakrauch (ein
Rauchstopp kann helfen).
Funktionen der Bronchialschleimhaut immer stärker eingeschränkt
Die gesunde Schleimhaut der erfüllt verschiedene Funktionen: Sie schützt die Atemwege vor eindringenden Fremdsubstanzen und ist zugleich an der Produktion und Ausschüttung von verschiedenen Substanzen wie Immunbotenstoffen, Wachstumsfaktoren und Stoffen zur Verengung der Blutgefässe beteiligt.
Diese Funktionen werden allmählich eingeschränkt. Die Flimmerzellen im Flimmerepithel wandeln sich vermehrt in Becherzellen um, die für die Schleimproduktion zuständig sind. Dadurch nimmt die Schleimproduktion zu. Es wird schliesslich so viel Schleim produziert, dass der Husten diesen nicht mehr vollständig abtransportieren kann und die ständig entzündet sind.
Äussere Einflüsse soweit möglich eliminieren
Die chronische Bronchitis ist im Volksmund auch als
Raucherhusten bekannt und kann neben dem Hauptauslöser Rauchen verschiedene weitere Ursachen haben: Luftverschmutzung, häufiges Einatmen von Stäuben, Dämpfen oder Gasen, Passivrauchen oder häufige Atemwegsinfekte. Besteht erst einmal eine chronische Bronchitis, kommt es durch gehäuft auftretende Infekte zu einer weiteren Verschlimmerung der Beschwerden - ein eigentlicher Teufelskreis bildet sich.
Die Erkrankungshäufigkeit nimmt mit steigendem Lebensalter zu, wobei Männer etwa dreimal häufiger betroffen sind als Frauen. Bei der Raucherbronchitis (ca. 90 Prozent aller Fälle) ist der Rauchstopp die wirksamste therapeutische Massnahme, die üblicherweise innerhalb von 4 Wochen zu einer deutlichen Besserung der Symptome führt. Hat die Erkrankung nicht schon ein fortgeschrittenes Stadium erreicht, ist sogar ein vollständiges Abklingen der Beschwerden möglich. Wird das Rauchen nicht eingestellt, steigt unter anderem auch das Risiko für die Entwicklung eines Bronchialkarzinoms stark an.
Mögliche Folgen und Komplikationen
Eine chronische Bronchitis kann sich in ihren späteren Stadien zu einer -obstruktiven Bronchitis weiterentwickeln, bei der die nicht mehr nur entzündet, sondern auch verengt sind.
Ohne entsprechende Massnahmen werden im weiteren Verlauf auch die kleinen Lungenbläschen zerstört, was zu einem Lungenemphysem führt und schliesslich in einer COPD - einem Mischbild aus -obstruktiver Bronchitis und Lungenemphysem - mündet. Bei all diesen Lungenerkrankungen wird Lungengewebe in funktionsloses Bindegewebe umgebaut, das nicht mehr zurückgewonnen werden kann. Die Lebenserwartung wird dadurch weiter verkürzt.
Weitere mögliche Folgen und Komplikationen: - Häufige Lungenentzündungen
- Konstante Kurzatmigkeit und anhaltende körperliche Schwäche wegen der herabgesetzten Lungenfunktion
- Ausdehnung der rechten Herzkammer (Cor pulmonale) wegen übermässigem Lungendruck
- Herzschwäche mit Wasserablagerungen in den Beinen.
Die einzelnen Krankheitsformen können sich vermischen und müssen konsequent diagnostiziert und behandelt werden.