Brustkrebs ist die häufigste Krebserkrankung der Frau. In der Schweiz werden ca. 5000 Neuerkrankungen pro Jahr registriert. Das häufigste Symptom ist ein tastbarer, meist schmerzloser Knoten in der Brust.
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Häufigkeit nach Altersstufen
80 Prozent der Tumoren treten bei der postmenopausalen Frau auf.
Als
Prämenopause wird die Zeit bezeichnet, während der die Frau Regelblutungen hat und Kinder gebären kann (Alter ungefähr zwischen 14 und 50 Jahren). Das
Klimakterium (Wechseljahre) ist eine Zeit der hormonellen Veränderung: Die Eierstöcke produzieren keine Östrogene mehr, die Regelblutung wird unregelmässig und bleibt schliesslich aus.
Postmenopause nennt man den Altersabschnitt nach der letzten Regelblutung.
Brustkrebs ist nicht gleich Brustkrebs
Für jede Patientin wird ein individueller Behandlungsplan erstellt. Genauer Zelltyp, Einbruch ins Nachbargewebe und die Lymphbahnen oder Tochtergeschwülste bestimmen das Vorgehen. Auch das Alter der Patientin und eine mögliche familiäre Krebsbelastung spielen bei der Behandlung eine Rolle. Der Pathologe untersucht das erkrankte Gewebe und bestimmt die Form von Brustkrebs. Die Weltgesundheitsorganisation teilt die Erkrankung in 15 Klassen ein. Die wichtigsten Formen von Brustkrebs sind:
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| Duktales Carcinoma in situ (DCIS) | Cis der Milchgänge (Ductuli); es gibt verschiedene Subtypen mit unterschiedlicher Prognose. Meist ist es nicht zu tasten. Ob die Entfernung der ganzen Brust nötig ist, oder ob eine brusterhaltende Operation ausreicht, ist auch von der Tumorgrösse abhängig. Bei einzelnen Herden unter 4 cm ist eventuell eine Brusterhaltung je nach Brustgrösse möglich. Der Tumor muss auf jeden Fall vollständig entfernt werden, da eine Weiterentwicklung in einen invasiven nicht selten ist. Eventuell muss bei einem Tumor, der grosse Anteile der Brust einnimmt, auch eine Nachbestrahlung durchgeführt werden. |
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| Carcinoma lobulare in situ (CLIS) | Cis der Drüsenläppchen (Lobuli); tritt häufig an verschiedenen Stellen in ein und derselben Brust (multizentrisch; zirka 70 Prozent) aber auch in beiden Brüsten gleichzeitig (bilateral; zirka 30 Prozent) auf. Nur in Ausnahmefällen von aussen zu tastender Tumor. Es entsteht aus ihm aber nur sehr selten ein infiltrierender , der ins Nachbargewebe einbricht und Tochterzellen ausstreut. Da dieser Tumor häufig multizentrisch wächst, muss meist eine Entfernung der gesamten Brust (Ablatio) vorgenommen werden. |
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| Invasives duktales Karzinom | Etwa 85 Prozent aller invasiv wachsenden Brustkrebsformen gehen vom Milchgang aus, nur 15 Prozent von den Drüsenläppchen. Das Bindegewebe um die Krebszellen vermehrt sich. Das führt wiederum zu den derben und unscharf begrenzten Knoten. |
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| Invasives lobuläres Karzinom | |
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Schleimbildendes (muzinöses) Karzinom | Sonderformen mit relativ günstiger Prognose. |
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| Medulläres Karzinom | |
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| Papilläres Karzinom | |
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| Tubuläres Karzinom | |
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| Pagetkarzinom der Brustwarze | Seltenes jener Milchgänge, die direkt hinter der Brustwarze liegen. Der Bereich um die Brustwarze ist gerötet und juckt, bevor ein Knoten tastbar wird. Ein tiefer liegender zusätzlicher invasiver muss immer vom Arzt ausgeschlossen werden. |
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| Inflammatorisches Karzinom | Sehr seltene Form des Brustkrebses, die mit einer Entzündung der Brust einhergeht. Das inflammatorische hat leider eine schlechte Prognose. |
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| Sarkome der Brust | Rarität. Sie gehen vom so genannten Weichteilgewebe der Brust aus (zum Beispiel Bindegewebe, Gefässe, Lymphgewebe) und haben je nach Art und Ausdehnung eine unterschiedliche Prognose. |
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Grading
Der Pathologe begutachtet nicht nur den Zellverband, sondern auch das Aussehen der Zellen im Einzelnen. Er zählt die Zellteilungen (Mitosen) und bewertet das Aussehen der Zellkerne und der Drüsen. So kann er bestimmen, wie sehr sich die Zellen von ihrem ursprünglichen Aussehen her verändert haben. Dieses so genannte Grading (1 bis 3) fliesst ebenfalls in die Therapieplanung ein. Grading 1 bedeutet, dass die Zellen gut differenziert sind, also normalen Brustdrüsenzellen noch ähneln und weniger aggressiv wachsen. Entsprechend haben sich die Zellen bei Grading 3 schon stark verändert.
Staging
Mit dem Staging wird das Krankheitsstadium beschrieben. Vor Beginn der Therapie muss man dazu eine Reihe von Untersuchungen durchführen. Ausdehnung des Tumors, Befall von Lymphknoten und gegebenenfalls werden erfasst. Während der Operation und besonders durch den histologischen Befund kann der Arzt das Krankheitsstadium noch genauer bestimmen.
Das Ergebnis des Staging wird in der Tumorformel nach dem
TNM-System zusammengefasst. T steht dabei für
Tumor, N für Lymphknoten (von dem englischen Begriff «Nodes» für Lymphknoten) und M für Tochtergeschwülste, die so genannten .
T-Stadium: - Tx: keine Tumorbeurteilung möglich
- T0: kein Hinweis auf einen Tumor
- Tis: nichtinvasiver (nicht in das umgebende Gewebe einwachsender) Tumor
- T1: Tumor in grösster Ausdehnung nicht grösser als 2 cm
- T2: Tumor in grösstem Durchmesser 2–5 cm gross
- T3: Tumor grösser als 5 cm in grösster Ausdehnung
- T4: der Tumor dehnt sich auf benachbarte Gewebe aus (z.B. Brustmuskulatur, Haut oder Rippen)
N-Stadium: - Nx: Lymphknoten können nicht beurteilt werden
- N0: Lymphknoten sind nicht betroffen
- N1: in den Achsellymphknoten auf der gleiche Seite wie die betroffene Brust; die Lymphknoten lassen sich bei der Untersuchung durch den Arzt bewegen
- N2: in den Achsellymphknoten auf der gleiche Seite wie die betroffene Brust; die Lymphknoten lassen sich bei der Untersuchung durch den Arzt nicht bewegen, da sie miteinander oder mit umgebendem Gewebe verwachsen sind
- N3: entlang der inneren Brustarterie auf der gleichen Seite wie die betroffene Brust
M-Stadium: - Mx: Vorhandensein von Organmetastasen nicht beurteilbar
- M0: keine Organmetastasen nachweisbar
- M1: in anderen Organen vorhanden
Tis N0 M0 bedeutet also z.B. Carcinoma in situ, kein Lymphknotenbefall und keine . Bei T2 N1 M1 ist der
Tumor höchstens fünf Zentimeter im Durchmesser, Achsellymphknoten auf der gleichen Seite sind befallen und eine oder mehrere Fernmetastasen (z.B. im Knochen oder der Leber) sind nachweisbar.