Ihre Welt ist entweder schwarz oder weiss, gut oder böse, und sie selbst sind darin sowieso das Allerletzte. Von einer Borderline-Persönlichkeitsstörung Betroffene sind für ihre Umgebung nur schwer zu fassen. Sie verletzen sich selbst und mit ihrem Verhalten die Mitmenschen, sogar ihre Allerliebsten.
Mit dem Begriff Borderline («Grenzlinie») wurde in den 1930er-Jahren eine Erkrankung beschrieben, die als Grenzzustand zwischen und Psychose definiert war: schwerer erkrankt als Neurotiker (z.B. mit Zwangserkrankungen), aber nicht so heftig wie Psychotiker (z.B. Schizophrene) – eben auf der Grenze.
Erst in den 80er-Jahren hat die Psychoanalyse unter der Bezeichnung «Borderlinepersönlichkeit» eine schwere Charakterstörung beschrieben, die durch Instabilität in der Stimmung, im Selbstbild sowie in sozialen Beziehungen charakterisiert ist. Über 5 Prozent der Bevölkerung dürften eine Persönlichkeitsstörung aufweisen, gegen 2 Prozent zeigen Borderline-Merkmale. Rund 70 Prozent der Betroffenen sind Frauen.
Die Diagnose wird mehrheitlich bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen gestellt, doch kann die Störung auch erst in späteren Lebensphasen zu Krisen mit Behandlungsbedarf führen.