Morbus Bechterew

Morbus Bechterew

(Spondylitis ankylosans)

Die Rheuma-Erkrankung Morbus Bechterew ist unheilbar und wird oft verkannt: In der Schweiz sind rund 70'000 Menschen betroffen, bloss 10'000 wissen davon. Männer trifft es häufiger als Frauen.

  Typische Bechterew-Haltung: ausgeprägten Kyphose der Brustwirbelsäule und der Lordose der Halswirbelsäule.
 
Typische Bechterew-Haltung: ausgeprägten Kyphose der Brustwirbelsäule und der Lordose der Halswirbelsäule.
Morbus Bechterew ist eine chronisch-entzündliche rheumatische Erkrankung, die bis heute als unheilbar gilt, deren Verlauf sich jedoch entscheidend beeinflussen lässt. Ihren Namen verdankt sie dem russischen Neurologen Wladimir von Bechterew (1857–1927), der das Leiden gegen Ende des 19. Jahrhunderts als Erster klar beschrieben hat.

Zu den charakteristischen Merkmalen gehört die Entzündung an der Wirbelsäule und an den Kreuz-Darmbein-Gelenken (Sakroiliakal-Gelenke). Morbus-Bechterew-Patienten haben nachts Schmerzen und sind beim Aufstehen am Morgen steif wie ein Brett. Ein Drittel leidet zusätzlich unter spezifischen Begleiterkrankungen wie Darm- oder Augenentzündungen - Beteiligungen von Herz, Lunge und Nieren sind hingegen selten. Typisch sind auch Sehnenansatzentzündungen (Enthesitis) dort, wo Sehnen in den Knochen übergehen. Die Folgen sind klassische Schmerzen an den Fersen, am Schienbein oder am Brustbein.

An der Wirbelsäule kann die Entzündung die Zwischenwirbelgelenke und sämtliche Bänder erfassen. Die Zwischenwirbelgelenke verlieren dadurch ihre Beweglichkeit, die Bandscheiben und die Bänder können versteifen und verknöchern. Dieser Prozess verursacht Schmerzen und schränkt die Beweglichkeit der Wirbelsäule ein. Bei unzureichender oder zu wenig wirksamer Behandlung kommt es im Krankheitsverlauf zu einer zunehmenden Verkrümmung und Einsteifung, was zur typischen «Begrüssungshaltung» führt.


Therapie lindert die Symptome

Die Krankheit verläuft bei jedem Patienten anders. Da Morbus Bechterew nicht geheilt werden kann, zielt die Behandlung hauptsächlich auf die Reduktion der Schmerzen und eine möglichst grosse Wirbelsäulenbeweglichkeit ab. Erreicht wird dies mit allgemeinen Massnahmen (Physiotherapie, Massagen, Rückentraining etc.), medikamentösen (z.B. NSAR, Kortison, TNF-alpha-Hemmer), operative oder alternativen (z.B. Homöopathie, autogenes Training) Therapiemassnahmen.

 
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