Eine einheitliche Definition für Luftnot existiert nicht. Allen Definitionen ist aber gemeinsam, dass sie Luftnot als subjektives Symptom, also als eine individuell verschieden empfundene Beschwerde, in den Vordergrund stellen.
Der medizinische Fachbegriff für Luftnot oder Atemnot ist Dyspnoe. Als Dyspnoe wird gemeinhin das subjektive Empfinden von Luftmangel bei einem Individuum bezeichnet. Dyspnoe kann aber auch als erschwerte, angestrengte Atmung mit vermehrter Atemarbeit durch die Atemmuskulatur verstanden werden. Dabei spielt für die Wahrnehmung einer anstrengenden oder gesteigerten Atmung auch die Art der Belastung eine wichtige Rolle, bei der die Luftnot auftritt. So wird die beschleunigte Atmung im Rahmen körperlicher Anstrengung (Sport) vom Gesunden in der Regel nicht als Luftnot wahrgenommen, zumindest nicht als krankhafte Luftnot.
Luftnot bedeutet somit das Auftreten von erschwerter oder gesteigerter Atmung bei subjektiv inakzeptabel niedriger Belastung oder allgemeiner bei einer Belastung, von der man normalerweise nicht erwarten würde, dass sie zu Luftnot führt.
Luftnot kann man beschreiben, aber nicht messen
Da Luftnot eine subjektive Erfahrung ist, wird die Wahrnehmung von Luftnot von zahlreichen individuellen Faktoren beeinflusst. Dazu gehören psychologische, soziale und Umgebungsfaktoren. Dyspnoe kann zwar nicht wie der Blutdruck oder wie ein Laborwert gemessen werden, aber nach bestimmten Skalen kann der Schweregrad abgeschätzt werden.
Die bekanntesten Skalen dafür sind die Borg-Skala und die Dyspnoe-Skala der American Thoracic Society (ATS, Amerikanische Gesellschaft für Lungenerkrankungen).
- Bei der Borg-Skala gibt der Patient auf einer Skala mit zwölf Stufen (von kaum wahrnehmbar bis maximal) das subjektive Ausmass seiner Luftnot an: Dabei wird nur das individuelle Empfinden der Luftnot gemessen.
- Die amerikanische Dyspnoe-Skala teilt den Schweregrad nach der Belastbarkeit ein, beziehungsweise nach der Tätigkeit, bei der Luftnot auftritt: Es wird bei dieser Skala versucht, die empfundene Luftnot messbaren Belastungen zuzuordnen.
Die Dyspnoe-Skala der ATS (American Thoracic Society)