Allergie

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Eine Allergie ist eine überschiessende Reaktion des Immunsystems auf körperfremde Stoffe aus der Umwelt. Die Allergie ist eine häufige Erkrankung und kann durch eine Vielzahl von Stoffen ausgelöst werden. Geprägt wurde der Begriff 1906 von Freiher Clemens von Pirquet.

Unter einer Allergie versteht man eine überschiessende Reaktion des Immunsystems auf körperfremde Stoffe der Umwelt, sogenannte Allergene. Überschiessend darum, da das Immunsystem in diesem Fall gegen Fremdstoffe im Körper vorgeht, die an sich, anders als Krankheitserreger, keine Gefahr für die Gesundheit des Menschen darstellen.

Das Immunsystem schützt den menschlichen Organismus natürlicherweise gegen schädliche Fremdstoffe aus der Umwelt. Bei einer Allergie reagiert es aber auch gegen harmlose Fremdstoffe, was dann zum Symptom der Allergie führt. Die Allergie tritt dabei erst nach dem zweiten Kontakt mit demselben Allergen auf.  Der Begriff Allergie stammt aus dem Griechischen, meint eine Reaktion (ergon=Reaktion) gegen etwas Fremdes (allo=fremd) und wurde von Clemens von Pirquet (1874-1929), dem Schöpfer des Begriffs, erstmals erwähnt und korrekterweise als  eine Fehlreaktion des Immunsystems interpretiert.


Als Auslöser einer Allergie, also als sogenanntes Allergen, kommen eine Vielzahl von Stoffen in Frage. Grundsätzlich ist jeder Stoff aus der Umwelt dazu in der Lage beim Menschen eine Allergie auszulösen. Dies können zum Beispiel Planzenstoffe wie Pollen, Tierprodukte wie Haare oder Bienengift, Nahrungsmittel wie Nüsse und auch Metalle und Chemikalien sein.
Diese Auslösefaktoren sind stets harmlose, teils für den Körper nützliche oder sogar lebensnotwendige Dinge. Umsomehr ertaunt es, dass es durch den Kontakt mit diesen Allergenen zu einer Allergie kommt.

Die Allergie kann in verschiedene Unterteilungen gegliedert werden. Einerseits wird die Allergie nach dem zeitlichen Auftreten nach dem Kontakt mit dem Allergen und nach der Art der Beschwerden in vier verschiedene Reaktionstypen (Soforttyp, Zytotoxischer Typ, Immunkomplextyp, Spättyp) unterteilt. Andererseits kann man die Allergien auch nach der Art der Aufnahme des Fremdstoffes in den Körper (Inhalationsallergie, Nahrungsmittelallergie, ..) oder nach dem Ort der Beschwerden einteilen.

Allergien kommen in der Bevölkerung und vor allem auch bei Kindern zunehmend vor. Schätzungsweise sind in den Industrieländern etwa 20-30% der Bevölkerung von irgendeiner Art der Allergie betroffen.

Die Zunahme der Allergien wird durch eine zunehmende Fremdstoffbelastung in der Umwelt, durch veränderte Lebens- und Ernährungsgewohnheiten sowie durch den gesteigerten Konsum von Genussmitteln und Medikamenten zurückgeführt.
Es wird auch vermutet, dass die Zunahme der Allergien bei Kindern auf einer übertriebenen Hygiene in den ersten Lebensjahren beruht.


Neben den echten Allergien gibt es auch Reaktionen des Körpers, bei welchen das Immunsystem nicht beteiligt ist und die daher auch nicht im eigentlichen Sinne als Allergie gelten, sogenannte falsche Allergien. Darunter gehören die Pseudoallergie und die Intoleranz.

Unter einer Pseudoallergie versteht man eine allergie-ähnliche Reaktion, die nach dem Genuss von Nahrungsmitteln mit einem hohen Gehalt an Histamin, einem Stoff, der im Körper bei der Allergie eine wichtige Rolle spielt, vorkommt. Histaminhaltige Nahrungsmittel sind zum Beispiel Käse, Fisch oder Rotwein.

Unter einer Intoleranz versteht man Haut- und Schleimhautveränderungen des Körpers, die einer allergischen Reaktion ähneln, die aber ohne Beteiligung des Immunsystems ablaufen.
Sie entstehen meist, wenn dem Körper ein bestimmtes Enzym fehlt - ohne dieses Enzym kann er bestimmte störende Stoffe nicht abbauen.

Ein Beispiel dazu ist die Milchunverträglichkeit: Personen, die den in der Milch enthaltenen Zucker (Laktose) wegen eines Fermentmangels (Laktasemangels) nicht abbauen können, bekommen nach dem Genuss von Milch Bauchschmerzen mit Durchfall.

Solche Hautveränderungen können aber auch nach der Einnahme von Medikamenten auftreten.


Die Trennung von echten und falschen Allergien ist wichtig, denn die Therapie richtet sich danach. Allergietest und Immuntherapie sind nur bei echten Allergien sinnvoll.
 
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