Bei der Hepatitis gehen Zellen der Leber (griechisch: «hepatos») wegen einer Entzündung (griechisch: «-itis») zu Grunde. Eine Hepatitis gilt dann als akut, wenn die Erkrankung weniger als sechs Monate dauert. Bei längerer Erkrankung spricht man von chronischer Hepatitis. Gründe für eine akute Hepatitis sind Hepatitisviren oder Alkoholmissbrauch.
Eine akute Hepatitis kann auf verschiedene Arten zu Stande kommen. Einerseits können schädliche Substanzen (z.B. Alkohol oder Medikamente) das Absterben von Leberzellen verursachen. Andererseits können Leberzellen von Viren oder Bakterien befallen werden, worauf der Körper mit einer Abwehrreaktion antwortet: Er zerstört die Leberzellen, weil er erkannt hat, dass sie von Erregern befallen sind. «Fremdlinge» können auf diese Weise oftmals eliminiert werden, gleichzeitig wird die Leber geschädigt, weil sie sich entzündet.
Virushepatitis
Wird eine Hepatitis durch Erreger ausgelöst, handelt es sich oft um Viren. Meistens sind es Hepatitisviren, welche in die Untergruppen A, B, C, D und E eingeteilt werden. Mittlerweilen kennt man auch Hepatitisviren F und G, von diesen beiden Gruppen ist aber noch wenig bekannt.
Die verschiedenen Arten von Hepatitisviren unterscheiden sich bezüglich Ansteckungsweg, Inkubationszeit (Dauer zwischen Ansteckung und Ausbruch der Krankheit), Prognose und der Möglichkeit eines chronischen Verlaufs. Trotzdem ist es nicht möglich, allein anhand der Reaktion eines Patienten zu erkennen, von welchem Virus er befallen ist. Dafür sind Blut- oder Leberuntersuchungen nötig.
- Hepatitis A ist hierzulande eine typische «Touristenerkrankung», die man auf Reisen in südeuropäische und tropische Länder «auflesen» kann. Die Ansteckung findet oft über verseuchtes Wasser oder ungekochte Meeresfrüchte statt. Etwa bei der Hälfte der Fälle verläuft die Ansteckung ohne Symptome, und bei fast allen Patienten heilt sie innerhalb von drei Monaten ohne Folgen aus.
- Die Hepatitis-B-Infektion ist weltweit die häufigste Ursache einer Virushepatitis. Es leben weltweit mehr als 200 Millionen chronische Hepatitis-B-Virus-Träger. In den westeuropäischen Ländern sind ca. 0,2 Prozent der Bevölkerung angesteckt, in Asien jedoch bis zu 15 Prozent. Dort erfolgt die Übertragung des Virus in den meisten Fällen während der Geburt von der Mutter auf das Kind.
Das Virus kommt in nahezu allen Körperflüssigkeiten vor, so auch in Tränen, Speichel, Urin, Magensaft und Muttermilch. Zudem ist die Infektiosität (das Potential eines Erregers, jemanden anzustecken) von Hepatitis B viel höher als bei HIV. So kann bereits ein Tausendstel eines Tropfens Blut für eine Ansteckung ausreichen.
90 Prozent der Hepatitis-B-Infektionen heilen plötzlich und ohne Folgen aus, nur ein Drittel davon hat überhaupt Symptome einer akuten Hepatitis. Bei den restlichen 10 Prozent aber kann der Erreger nicht eliminiert werden. Er bleibt im Körper bestehen, wobei sich wiederum nur bei einem kleineren Teil Symptome zeigen. Man spricht dann von chronischer Hepatitis.
- Mit Hepatitis C sind weltweit ca. 100 Millionen Menschen infiziert, bei uns in Westeuropa ist es etwa 1 Prozent der Bevölkerung. Nur bei einem Viertel der Infizierten zeigen sich Symptome einer akuten Hepatitis, und selbst diese verläuft relativ mild. Jedoch entwickelt sich bei der Mehrzahl der Fälle eine chronische Hepatitis, weil der Körper mit dem Virus nicht fertig wird. Die Prognosen sind daher eher mässig.
- Hepatitis D kommt gehäuft vor im Mittelmeerraum, Rumänien, mittleren Osten und Südamerika. Speziell am Hepatitis-D-Virus ist, dass er nur dann unseren Körper schädigt und sich mit Symptomen bemerkbar macht, wenn der Körper zusätzlich durch Hepatitis-Viren des Typs B infiziert ist. In diesen Fällen verläuft die Krankheit zu 90 Prozent chronisch und die Chancen für den Patienten stehen dann oft schlecht.
- Hepatitis E kommt in weiten Teilen Asiens und Afrikas vor und wird wie das Hepatitis-A-Virus über das Trinkwasser übertragen. Das Ansteckungsrisiko ist aber eher gering und die leichte Hepatitis heilt in der Regel von selbst wieder aus.
Alkoholische Hepatitis
Die alkoholische Hepatitis wird nicht durch irgendwelche Erreger ausgelöst, sondern – wie es der Name andeutet – durch Alkohol-Leberschäden.
Das Zuviel an Alkohol wird in der Leber über die ganze Zeit hinweg zu Fett umgebaut und dort gespeichert. Mit der Zeit beginnen sich die Zellen zu entzünden. Man spricht von Fettleberhepatitis oder eben alkoholischer Hepatitis. Kommen genetische Vorbelastungen und Vorerkrankungen der Leber hinzu, kann sich daraus eine Leberzirrhose entwickeln. In diesem Stadium regeneriert sich die Leber nicht mehr, weil zu viele Leberzellen geschädigt wurden und sie deshalb mit der Regeneration nicht nachkommt: Sie bildet viele kleine Ersatzknoten, welche die Leberfunktionen nicht mehr richtig ausführen können.
Bei einer Leberzirrhose hilft nur noch eine Organtransplantation. Die Fettleber und die daraus folgende alkoholische Hepatitis können jedoch noch rückgängig gemacht werden, wenn auf den Alkoholkonsum sofort verzichtet wird.