Alzheimer

(Alzheimer-Krankheit, Morbus Alzheimer)

Die Möglichkeiten der medikamentösen Behandlung der Alzheimer-Krankheit haben sich in den letzten Jahren verbessert. Die Fortschritte betreffen sowohl die Medikamente zur Steigerung und Stabilisierung der geistigen Fähigkeiten und der Alltagsbewältigung als auch die Arzneimittel zur Behandlung von Begleitsymptomen wie Angst, Depression oder Unruhe.

Alzheimer kann heute noch nicht geheilt werden. Eine ursachenbezogene Therapie der Alzheimer-Krankheit ist bislang nicht möglich. Allerdings können die geistigen Fähigkeiten gesteigert oder stabilisiert werden. Das Fortschreiten der Erkrankung kann man dadurch aufhalten. Die Therapie der Demenz erfordert einen umfassenden, ganzheitlichen Ansatz, dabei werden Medikamente und andere Therapieformen (nichtmedikamentöse Therapien) einbezogen.

Das individuelle Ziel der Therapie ist der Erhalt von Alterskompetenz und Lebensqualität. Die Prognose der Erkrankung wird durch eine frühzeitige konsequente Therapie verbessert. Wie bei anderen chronisch degenerativen Erkrankungen ist bereits das zeitweise Bremsen oder Stoppen des Fortschreitens der Erkrankung als Erfolg zu werten.

Die ganzheitliche Behandlung bewirkt:
  • längere Erhaltung der Kompetenz und der subjektiven Befindlichkeit der Patienten
  • Entlastung der pflegenden Angehörigen
  • Verhinderung des Fortschreitens demenzieller Erkrankungen
  • Verzögerung der Einweisung in Pflegeeinrichtungen
Die sekundären Demenzen, und darunter fällt jede zehnte Demenzerkrankung, bieten über die Therapie der Grunderkrankung zum Teil gute Heilungschancen.


Nichtmedikamentöse Behandlung

Für Demenzkranke sind Verlässlichkeit und Stabilität der Umwelt von grosser Bedeutung. Die begleitenden Behandlungmassnahmen müssen unbedingt die begrenzten Bewältigungsmöglichkeiten der Demenzpatienten berücksichtigen, sie weder unter-, noch überfordern.

Begleitende Massnahmen können sein:
  • Bewegungstherapie
  • Aktivierung des Gehirns (Hirntraining)
  • Soziotherapie (Betreuung und Pflege)
  • Psychiatrische und/oder psychologische Therapie

Medikamentöse Behandlung

Bei rechtzeitig einsetzender Behandlung im frühen Stadium der Erkrankung kann mit bestimmten Demenzmedikamenten eine Verlangsamung des Abbauprozesses der Nervenzellen und damit des Fortschreitens dieses bisher unheilbaren Leidens erreicht werden.

Folgende Medikamente werden eingesetzt:
  • Antidementiva/Nootropika (Medikamente zur Steigerung des Hirnstoffwechsels und der Hirndurchblutung: Memantine, Acetylcholinesterase-Hemmer)
  • Phytotherapeutika (Ginkgo biloba, Johanniskraut)
Alle diese Medikamente müssen vom Arzt verschrieben werden. Er prüft, welches Medikament für den Patienten notwendig ist. Wenn Sie Fragen - vor allem bezüglich neuer Medikamente und Behandlungsformen - haben, sollten Sie diese auf jeden Fall mit Ihrem Hausarzt, Neurologen oder Geriater besprechen.

So bleibt der Botenstoff länger aktiv: Der Reiz wird von Nervenzelle zu Nervenzelle übertragen. Dazu dient der Botenstoff Acetylcholin. Dockt er an die Nervenzelle an, öffnet sich ein Kanal für Natriumionen, die den Reiz weiterleiten. Medikamente (Acetylcholinesterasehemmer) verhindern, dass der Botenstoff durch die Acetylcholinesterase abgebaut wird.
So bleibt der Botenstoff länger aktiv: Der Reiz wird von Nervenzelle zu Nervenzelle übertragen. Dazu dient der Botenstoff Acetylcholin. Dockt er an die Nervenzelle an, öffnet sich ein Kanal für Natriumionen, die den Reiz weiterleiten. Medikamente (Acetylcholinesterasehemmer) verhindern, dass der Botenstoff durch die Acetylcholinesterase abgebaut wird.

Begleiterscheinungen der Krankheit (gestörter Schlaf-/ Wachrhythmus, Wahnvorstellungen, Ruhelosigkeit) lassen sich ebenfalls durch geeignete Medikamente behandeln.

Generell gilt: Medikamente, die einen demenzkranken Menschen im Alltag länger selbständig halten, verringern die Belastung und verbessern die Lebensqualität von Kranken, Angehörigen und Betreuern.


Hoffnung auf Früherkennung, neue Medikamente, Impfung

Wissenschafter arbeiten intensiv daran, neue Behandlungen zu entwickeln, die direkt auf die Ursachen der Krankheit einwirken und die deshalb eine Heilung oder eine Vorbeugung ermöglichen könnten. In Gesundheit Sprechstunde 24/2005 führt Redaktor Beat Leuenberger ein ausführliches Gespräch mit Prof. Roger Nitsch, Psychiatrieforscher an der Universität Zürich (kompletter Artikel als PDF zum Download auf der Seite Prävention).

 
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