Im Durchschnitt erlebt ein Migräniker jeden Monat eine bis vier Kopfschmerzattacken. Ein Migräneanfall dauert vier bis 72 Stunden. Jeder Betroffene erlebt zwar seine Attacken anders, bei aller Vielfalt der Symptome gibt es aber dennoch einen typischen Verlauf.
Etwa ein Drittel der Patienten berichtet über Vorboten, die dem Kopfschmerz mehrere Stunden, oder sogar ein oder zwei Tage vorausgehen. Oft kündigt eine veränderte Stimmungslage den Anfall an. Innere Unruhe, Aggressivität, verstärkte Aktivität, Depressionen oder können auftreten. Andere Migräniker leiden eher an Störungen wie Heisshunger, Durchfall, Wassereinlagerung oder vermehrtem Wasserlassen. Vorboten sind meistens ausgeprägter, wenn die Migräneerkrankung schon mehrere Jahre anhält.
Aura
Aura bedeutet soviel wie «Schein» oder «Ausstrahlung» und bezeichnet bei der Migräne neurologische Störungen, die dem Kopfschmerz manchmal vorausgehen. Eine Aura entwickelt sich langsam über fünf bis 30 Minuten und dauert bis zu einer Stunde an. Meistens beginnt die Migräneattacke unmittelbar nach der Aura. Eine symptomfreie Zeitspanne von weniger als einer Stunde kann aber auch zwischen Aura und Kopfschmerz liegen. Die Migräne mit Aura ist seltener als die ohne Aura. Sie ist oft auch kürzer als diese.
Die häufigsten Symptome sind Sehstörungen. Die Patienten sehen sternförmige Figuren, Doppel- oder Zerrbilder. Manchen flimmert es vor den Augen, andere klagen über Sehausfälle. Aber auch halbseitige Lähmungen oder Gefühlsstörungen wie Ameisenkribbeln oder Taubheitsgefühl kommen vor. Manche Migräniker erleben Störungen der Sprache oder des Gleichgewichts. Vor allem bei älteren Menschen kann eine Migräneaura auch ohne nachfolgende Kopfschmerzen auftreten.
Dauern die Aurasymptome länger als eine Stunde an, so spricht man von einer prolongierten Aura. In diesem besonderen Fall muss man untersuchen, ob eine Störung der Hirndurchblutung besteht.
Kopfschmerzphase
Die pulsierenden und bohrenden Migräneschmerzen sind meistens einseitig. Sie können aber auch die Seite wechseln oder beidseitig auftreten. In der Regel ist der Schmerz im Bereich von Stirn, Schläfe und Auge lokalisiert. Er kann aber auch im Nacken oder Hinterkopf empfunden werden. Oft beginnen die Schmerzen beim Aufwachen in den frühen Morgenstunden. Sie erreichen wenige Stunden nach Beginn ihr Maximum. Normalerweise halten sie höchstens drei Tage an. Dauern sie länger, so spricht man vom Status migraenosus. Aus dem Lateinischen wörtlich übersetzt bedeutet der Ausdruck «Migränezustand». Schon geringe Anstrengungen verstärken die Migräne. Der Patient fühlt sich während des Anfalls krank und kann seinen üblichen Aktivitäten nicht mehr nachgehen.
Typisch für die Migräne sind die Beschwerden, die in der Kopfschmerzphase auftreten. Die meisten Patienten leiden während des Anfalls an Appetitlosigkeit und Übelkeit, jeder Fünfte muss erbrechen. Kinder klagen besonders stark über Übelkeit und auch Bauchschmerzen. Licht- und Lärmempfindlichkeit, kalte Füsse und Hände, niedriger , Durchfall oder verstärktes Wasserlassen sind nur einige der zahlreichen Begleiterscheinungen, die durch Störungen des vegetativen Nervensystems zustande kommen.
Erholungsphase
Nach dem Abklingen der Kopfschmerzen fühlen sich Migränepatienten noch über Stunden oder Tage erschöpft und müde. Oft fallen sie nach der Attacke in einen . Manche kommen aber auch in eine euphorische Stimmung.