Abnehmen: Schlank mit Tipps von Prominenten
Abnehmen: Schlank mit Tipps von Prominenten


«Fisch hält mich gesund»

Forellen, Egli und sogar der fette Hecht helfen beim Kampf gegen zu viele Kilos. Ski-Ass Peter Müller isst mindestens dreimal die Woche Fisch. Nur frisch muss er sein. Und selbst gefangen. Sein gesunder Körper dankt es ihm.

VON SONJA LEISSING

Besonders gesund: Der Hecht. Der dreifache Abfahrtsweltcup-Sieger Peter Müller präsentiert seinen kapitalen Fang aus dem Aegerisee.
Besonders gesund: Der Hecht Der dreifache Abfahrtsweltcup-Sieger Peter Müller präsentiert seinen kapitalen Fang aus dem Aegerisee.
«Fischen faszinierte mich schon als kleiner Bub», sagt Peter Müller, 47, aus Unterägeri ZG. Bereits als Vierjähriger ging er an den Wochenenden früh morgens mit seinem Vater zum Fischen. «Angeln ist weit mehr, als nur Fische aus dem Wasser zu ziehen. Es gibt nebenher noch so viel zu beobachten und vor allem: Man ist an der frischen Luft und bewegt sich. Zudem wirkt dieser Sport beruhigend und äusserst entspannend auf mich», sagt der Ex-Rennskifahrer. Natürlich sei es jedes Mal ein ganz besonderes Erlebnis, wenn nach etlichen Stunden und unzähligen Versuchen – mit lebendigen oder künstlichen Ködern – ein Hecht, ein Egli oder eine Seeforelle anbeisse.

«Bei meinem ersten Fangversuch als Junge glaubte ich, eine Schlange an der Angel zu haben. Ich war so erschrocken über den Aal, dass ich das Riesentier gleich wieder ins Wasser warf», erinnert er sich. Auch heute noch tuckert Peter Müller zweimal die Woche mit seinem Boot raus auf den Aegerisee oder er fährt zum Joggen an einen Fluss und verbindet das Fitnesstraining mit einem anschliessenden Fliegenfischen.


Fisch statt Guetzli und Schokolade

Ernährungswissenschafter und Mediziner raten allen, die abnehmen oder zumindest ihr Gewicht halten wollen, dreimal die Woche Fisch zu essen. Das macht Peter Müller seit dem Ende seiner sportlichen Karriere. Nachdem das tägliche, harte Training wegfiel, musste er plötzlich auf sein Gewicht achten. So stellte das Abfahrts-Ass seine Essgewohnheiten total um: «Bei mir zu Hause gibts keinen Vorrat mehr an Schokolade oder Guetzli» sagt der dreifache Abfahrtsweltcup-Gesamtsieger. Zudem verzichtet er auf fettige Wurstwaren und mastige Beilagen. Dafür gibts mit viel Gemüse und Salat dreimal pro Woche Forelle blau, Hechttranchen à la minute oder Saibling mit Zitrone und hin und wieder einen deftigen Wels mit Kräutern. Getreu dem Motto: Wer regelmässig Fisch isst, geht schlanker durchs Leben.

Alle Fische enthalten einen hohen Anteil an ungesättigten Omega-3-Fettsäuren. Unter den einheimischen Arten sticht hier besonders der Seehecht hervor. Diverse wissenschaftliche Studien zeigen, dass diese Omega-3-Fette ungünstige Blutfette beim Menschen wie das LDL-Cholesterin und die Triglyzeride senken. Sie helfen damit, das Risiko für Arterienverkalkung – die Arteriosklerose – und Folgekrankheiten wie Herzinfarkt und Schlaganfall zu verringern.


Hoher Gehalt an fettlöslichen Vitaminen

Aber damit nicht genug: «Ausserdem liefert Fisch essenzielle Aminosäuren und leicht verwertbare Eiweisse. Je höher der Fettgehalt, umso höher sind auch die fettlöslichen Vitamine A, D und E. Darum gab es früher täglich Lebertran zu schlucken», sagt Professor Paul Walter, Präsident der Schweizerischen Gesellschaft für Ernährung. Auch Sportlegende Müller weiss, dass bei den Inuit im hohen Norden deutlich weniger Herz-Kreislauf-Erkrankungen auftreten als bei südlicheren Völkern. Dies, weil ihre Nahrung hauptsächlich aus Omega-3-fettem Fisch besteht. Für Müller, der heute den Vertrieb für den Generalimporteur der Skimarke Blizzard leitet, ein Grund mehr, möglichst oft fettreichen Hecht zu essen.

«Angeln ist weit mehr, als nur Fische aus dem Wasser ziehen» Peter Müller freut sich natürlich trotzdem über jeden kapitalen Hecht, den er aus dem Aegerisee zieht.
«Angeln ist weit mehr, als nur Fische aus dem Wasser ziehen» Peter Müller freut sich natürlich trotzdem über jeden kapitalen Hecht, den er aus dem Aegerisee zieht.

Leider, so Peter Müller, wissen die wenigsten Leute, wie man Fische wirklich gut und schmackhaft zubereitet. Er blanchiert seine Forelle mit der Haut oder brät die Hechttranchen nur kurz mit wenig Butter: «Denn unter der Haut sitzen die Geschmacksträger. Auch die wichtigen Vitamine und Mineralstoffe bleiben so weitgehend erhalten.»

Viele Konsumenten zögern beim Kauf von heimischen Fischsorten, weil die Bestände in Schweizer Seen und Flüssen lange Zeit als bedroht galten. Doch das Bundesamt für Umwelt Wald und Landschaft (Buwal) meldet jetzt: Ob Egli, Felche, Hecht, Forelle oder Zander – die Bestände pendeln sich wieder ein.


Zurückhaltung bei den grossen Meeresräubern

Bei den Meerfischen allerdings sieht es anders aus. WWF Schweiz empfiehlt dem umweltbewussten Fischliebhaber von bedrohten Arten abzusehen. Auf jeden Fall sollte auf den Genuss von grossen Raubfischen, wie Meerhecht, Hai oder Schwertfisch verzichtet werden. Diese Fische haben über die Nahrungskette viel Quecksilber aufgenommen. Methylquecksilber ist hochgiftig. «Gesetzlich sind aber Grenzwerte festgelegt und die Einhaltung dieser Höchstmengen wird regelmässig überprüft», sagt Lebensmittelchemikerin Dr. Ilg Hampe. Als Alternative sollte man Fische mit dem MSCLabel kaufen. Das von verschiedenen Umweltorganisationen verliehene Label bezeichnet Fisch, der strengen Kriterien beim Schadstoffgehalt und dem Artenschutz genügt.

Aber auf all diese Komplikationen braucht ein Peter Müller keinen Gedanken zu verschwenden. Er isst ohnehin nur, was er selbst fängt. Und deshalb freut er sich auch auf seine baldigen Fischerferien in Österreich. Dort gibt es einen See, der reich an wunderbaren Hechten und Forellen ist. Bis er seine Angel in den paradiesischen Fischgründen auswerfen kann, tröstet er sich mit dem soeben gefangenen Mordshecht aus dem heimatlichen Aegerisee.
 
 
 
Warum Fische so gesund sind

Höchst wertvoll Die Omega-3-Fettsäuren erfüllen in unserem Körper wichtige Funktionen

Fettsäuren werden in gesättigte, einfach ungesättigte und mehrfach ungesättigte Fettsäuren unterteilt. «Die lebenswichtigen Omega-3-Fettsäuren gehören zu den mehrfach ungesättigten Fettsäuren, die wir uns unbedingt mit der Nahrung zuführen müssen. Denn der menschliche Körper kann diese nur in begrenzter Menge selbst produzieren», sagt Dr. Evelyn Ilg Hampe, Bio- und Lebensmittelchemikerin vom Kantonalen Laboratorium in Basel. Die chemischen Formeln für Omega-3-Fettsäuren (O3F) haben Folgendes gemeinsam: Ihre erste Doppelbindung liegt am dritten Kohlenstoff-Atom vom Methylende Omega. Zu ihnen gehört die essenzielle Alpha-Linolensäure, abgekürzt ALA. Diese findet man hoch dosiert in Leinsamen, Raps, Soja und Walnüssen.

Komplexe Zusammenhänge: Lebensmittelchemikerin Dr. Evely Hampe erklärt anhand der chemischen Formel der Omega-3-Fettsäuren deren Nutzen für den menschlichen Körper.
Komplexe Zusammenhänge Lebensmittelchemikerin Dr. Evely Hampe erklärt anhand der chemischen Formel der Omega-3-Fettsäuren deren Nutzen für den menschlichen Körper.
Die längerkettigen O3F wie EPA und DHA kommen praktisch ausschliesslich im Fettgewebe von Fischen vor und weisen fünf und sechs Doppelbindungen auf. Diverse Studien belegen, dass diese langen O3F noch wertvoller sind als die in Pflanzen vorkommende ALA. Denn diese muss im Körper zunächst in eine der langkettigen O3F umgewandelt werden, was nur in begrenztem Umfang möglich ist. Dennoch ist auch die Aufnahme von ALA wichtig. Entscheidend ist ein gesunder Ernährungsstil. Dazu gehört die Reduktion gesättigter Fette, wie sie in Wurstwaren, Butter und Gebäck vorkommen.

DHA ist besonders für die Entwicklung des Nervensystems unabdingbar. Sie kommt auch in der Muttermilch vor.

Weiterhin wirken Omega-3- Fettsäuren bei Erwachsenen positiv gegen Entzündungsreaktionen wie die rheumatoide Arthritis. Zudem ist bewiesen, dass bei regelmässigem Fischkonsum weniger Herz-Kreislauf- Erkrankungen auftreten, der Blutdruck gesenkt und die Blutfettwerte verbessert werden.

Leuten, denen Fisch trotz allem nicht zusagt, bleibt als Ausweg die Drogerie: Hier erhalten sie das lebenswichtige Omega-3-Fett in Kapselform.



Lachsforelle Lachsforelle
Energiewert (100 g) 103 kcal
Protein 19,5 g
Fett 2,73 g
Omega-3-Fettsäure 617 mg

Forellen sollte man immer am Stück braten, grillieren oder im Ofen dünsten.



Hechttranchen Hechttranchen
Energiewert (100 g) 81 kcal
Protein 18,4 g
Fett 0,85 g
Omega-3-Fettsäure 240 mg

Das Fleisch vom Hecht ist sehr fein. Pochiert an einer Dillsauce schmeckt es am besten.



Felchenfilet Felchenfilet
Energiewert (100 g) 100 kcal
Protein 17,8 g
Fett 3,21 g
Omega-3-Fettsäure 435 mg

Der lachsartige Fisch wird frisch, tiefgekühlt und geräuchert verkauft.



Lachstranchen Lachstranchen
Energiewert (100 g) 200 kcal
Protein 19,9 g
Fett 13,6 g
Omega-3-Fettsäure 2608 mg

Siebzig Prozent der Lachse stammen aus Zucht. Diese haben mehr Fett als der Wildlachs.



Eglifilet Eglifilet
Energiewert (100 g) 81 kcal
Protein 18,4 g
Fett 0,8 g
Omega-3-Fettsäure 175 mg

Egli haben extrem viele Gräten. Deshalb sind sie für Kinder nicht geeignet.



Zander Zander
Energiewert (100 g) 83 kcal
Protein 19,2 g
Fett 0,73 g
Omega-3-Fettsäure 187 mg

Zanderfilet ist aufgrund seines festen, aromatischen Fleisches sehr beliebt.



Thunfisch Thunfisch
Energiewert (100 g) 226 kcal
Protein 21,5 g
Fett 15,5 g
Omega-3-Fettsäure 3467 mg

Thun kann auch roh gegessen werden. Achten Sie beim Kauf auf das «MSC»-Label.



Karpfen Karpfen
Energiewert (100 g) 115 kcal
Protein 18 g
Fett 4,8 g
Omega-3-Fettsäure 296 mg

Der lebende Karpfen sollte vor dem Genuss ein bis zwei Tage gewässert werden.



Seeteufel Seeteufel
Energiewert (100 g) 66 kcal
Protein 14,9 g
Fett 0,67 g
Omega-3-Fettsäure 261 mg

Die Hälfte besteht aus dem ungeniessbaren Kopf. Das wenige Fleisch ist eher fasrig.



Filet Loup de Mer Filet Loup de mer
Energiewert (100 g) 79 kcal
Protein 18,1 g
Fett 0,7 g
Omega-3-Fettsäure unbekannt

Das Fleisch des Seewolfs ist sehr zart und hat einen süsslichen Geschmack.



Red Snapper Red Snapper
Energiewert (100 g) 104 kcal
Protein 20,2 g
Fett 2,6 g
Omega-3-Fettsäure unbekannt

Red Snapper schmeckt vom Grill am besten. Er riecht nach Meer und erinnert an Ferien.



Seezunge Seezunge
Energiewert (100 g) 82 kcal
Protein 17,5 g
Fett 1,37 g
Omega-3-Fettsäure 195 mg

Die Seezunge ist ein Plattfisch. Sie gehört, als Filet gekauft, zu den teuersten Fischen.



Fischstäbchen Thon aus der Dose
Fischstäbchen

Sie sind nicht nur bei Kindern beliebt. Auch Erwachsene schätzen die grätelosen, panierten Happen. Weltweit sind zirka 75 Prozent der kommerziell genutzten Fischbestände überfischt. Dazu gehören hauptsächlich zu Fischstäbchen verarbeitete Alaska-Seelachse und der Dorsch. Achten Sie darum beim Kauf auf das MSC-Label. Es garantiert, dass die verarbeiteten Fische mit der Leine und nicht mit Netzen gefangen werden. Wenn Sie abnehmen möchten, sollten sie aber ganz auf die in Butter oder Öl gebratenen Stäbchen verzichten.

Thon aus der Dose

Zum Abnehmen eignet sich der in Öl konservierte Thunfisch aus der Büchse nicht. Wählen Sie deshalb Konservenfisch, der in Essig oder Wein eingelegt ist. Achten Sie aber unbedingt darauf, immer Fischkonserven mit dem «Dolphin-Safe»-Zeichen zu kaufen. Es bezeugt, dass der Fisch mit Netzen gefangen wurde, in denen sich keine Delphine verfangen können.

 

 






Vertiefende Infos

Schweizer Fischer-Portal
www.fischerweb.ch
Fairness beim Fischessen
www.fair-fish.ch
Schweizerischer Vereinigung der Fischereiaufseher
www.fischereiaufseher.ch
Schweizerischer Fischereiverband
www.sfv-fsp.ch
Verband Schweizerischer Fischzüchter
www.fischzuechter.ch
Bio Suisse
www.bio-suisse.ch
Bundesamt für Umwelt, Wald und Landschaft
www.umwelt-schweiz.ch
Bundesamt für Gesundheit, Informationen zu Lebensmitteln
www.foodinfo.ch
 
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