| Regel 1: | Angst abbauen! | Rückenschmerzen sind häufig und machen vielen Betroffenen Angst. In den allermeisten Fällen steckt nichts Schlimmes dahinter. Sehr häufig handelt es sich um Muskelverspannungen als Folge von Fehlhaltung, Überlastung, Stress und Bewegungsmangel. |
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| Regel 2: | Warnzeichen beachten! | Rückenschmerzen sind nur ganz selten Ausdruck einer schwerwiegenden Erkrankung. Mit einer sorgfältigen Befragung und Untersuchung kann der Arzt Warnzeichen für ernsthafte Ursachen rechtzeitig erkennen. Zusatzuntersuchungen wie Röntgen oder Labor sind in der grossen Mehrheit der Fälle unnötig. Viel wichtiger ist, dass der Patient für seinen Rücken Verantwortung übernimmt und wenn nötig sein Verhalten ändert. |
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| Regel 3: | Medikamente gezielt einsetzen! | Der Patient muss wissen, dass es ungefährlich ist, körperliche Aktivitäten selbst unter gewissen Schmerzen möglichst rasch wieder aufzunehmen. Dies soll nach Bedarf medikamentös unterstützt werden. Geeignet sind einfache, rezeptfreie paracetamolhaltige Schmerzmittel und wenn nötig verschreibungspflichtige, schmerz- und entzüngshemmende Wirkstoffe mit einem hohen Sicherheitsprofil wie zum Beispiel Nimesulid («Nisulid»). Wenn Schmerzmittel notwendig sind, soll man nicht unnötig lange warten, bis alles schmerzt und verspannt ist, sondern sie frühzeitig genügend hoch dosiert und zeitlich begrenzt einsetzen, damit der Teufelskreis von Schmerz, Schonung und Verspannung rasch durchbrochen werden kann. |
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| Regel 4: | Keine Bettruhe! | Bettruhe ist nicht oder allenfalls nur für ein bis zwei Tage in schmerzarmer Stellung zu empfehlen. Eine allfällige Arbeitsunfähigkeit muss für eine kurze, klar begrenzte Dauer festgelegt werden. Ganz wichtig ist eine rasche Wiederaufnahme der gewohnten Alltagsaktivitäten trotz weiter bestehenden Schmerzen, die durch die Behandlung möglichst erträglich gemacht werden sollen. Selbstbehandlungen, z.B. mit kalten oder warmen Packungen, sind hilfreich und kosten nichts. |
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| Regel 5: | In Bewegung bleiben! | Wirbelsäulen-Mobilisationen und -Manipulationen können die Schmerzen günstig beeinflussen und das Wiedererlangen der Funktionstüchtigkeit beschleunigen. In der Bewegungstherapie sind aktive Massnahmen zur Muskeldehnung, sanfte Mobilisationsübungen, Entspannungsverfahren und später Kraftraining sinnvoll. Am wichtigsten ist das, was der Betroffene selbst macht. Zusätzlich zu empfehlen sind auch Laufen, Velofahren und Walking. |
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| Regel 6: | Chronifizierung vemeiden! | Ist der Patient mit der Behandlung unzufrieden, konsultiert er gleich mehrere Ärzte und liegt eine Arbeitsunfähigkeit von mehr als sechs Wochen Dauer vor, ist es höchste Zeit für eine fachübergreifende, so genannte interdisziplinäre Beurteilung und eine intensive integrierte Rehabilitation. |
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| Regel 7: | Trotz Schmerzen das Leben nicht verlernen! | Wenn sichergestellt ist, dass keine spezifische Ursache vorliegt, sind weitere körperliche Abklärungen nur bei neuen Symptome sinnvoll. In solchen Fällen liegt die grosse Kunst darin, dass Arzt und Patient gemeinsam versuchen, einerseits den Schmerz möglichst mit allen möglichen Massnahmen gut zu behandeln, andererseits alles daran setzen, in allen Belangen aktiv zu bleiben. |