Blasenschwäche
Blasenschwäche
Blasenschwäche ist eine äusserst unangenehme Erkrankung. Sie schränkt Lebensqualität und Wohlbefinden der Betroffenen erheblich ein. Inkontinenz, wie Blasenschwäche auch genannt wird, tritt je nach Lebensalter und Lebensituation durchaus häufig auf, vor allem auch bei Frauen. Deshalb ist es gut zu wissen, dass eine erfolgreiche Behandlung mit dauerhafter Wirkung möglich ist.

Über Probleme im Intimbereich sprechen wir selten und wenn, dann nur hinter vorgehaltener Hand. Als Kinder haben wir gelernt, zur richtigen Zeit eine Toilette aufzusuchen und vor dem Einschlafen vorsorglich aufs WC zu gehen. Dass wir als Erwachsene erneut mit dem gleichen Problem konfrontiert werden, weckt Schamgefühle und hindert uns daran, Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Betroffene schämen sich häufig wegen ihrer Inkontinenzprobleme. Sie sprechen weder in ihrem engsten Umfeld darüber, noch fragen sie ihren Arzt um Rat. Sie behelfen sich zudem mit untauglichen Lösungen wie Windeln, meiden soziale Kontakte und reduzieren ihre sportlichen Aktivitäten zunehmend. Schlaflosigkeit aufgrund von ständiger Angst, die Blase nicht unter Kontrolle zu haben, bis hin zu Depressionen aufgrund der vielen Einschränkungen können ebenfalls eine Folge von Inkontinenz sein.
  • Kommt es plötzlich zu unbeabsichtigtem Verlust kleiner Urinmengen, z.B. beim Niesen, Husten, Lachen, Treppensteigen oder Sport (Turnen, Springen, Tennisspielen), spricht die Medizin von Belastungsinkontinenz oder Stressinkontinenz. In solchen Situationen funktioniert der Schliessmuskel der Harnröhre nicht mehr einwandfrei. Er kann dem plötzlichen Druckanstieg der Bauchmuskulatur nicht mehr standhalten. Es kommt zu einem unerwünschten, kleinen Urinabgang. In der Schweiz sind rund 300 000 Frauen von Belastungsinkontinenz betroffen. Sie kann in jedem Alter auftreten. Bei Frauen nach einer Geburt und bei Frauen ab der Menopause tritt sie aber gehäuft auf.
  • Eine Frau leidet an Dranginkontinenz, wenn der Harndrang so stark ist, dass sie vor Erreichen der Toilette Urin verliert. Gründe sind chronische Blasen-, Harnröhren- und Schleimhautentzündungen, zu kleine Trinkmengen und zu frühe Blasenentleerungen. Auch dünne, empfindliche Schleimhäute wegen Hormonmangel sowie körperliche und seelische Belastungen können Blasenbeschwerden auslösen.
  • Bei Reizblasenbeschwerden klagen Frauen über häufigen, starken und schmerzhaften Harndrang. Sie beschreiben auch, dass sie ständig aufs WC rennen müssen und dabei immer nur wenig Wasser lassen können. Oft ist die Harnröhrenregion druckempfindlich und chronisch gereizt.
  • Die Reflexinkontinenz beschreibt einen Urinverlust, der durch eine Fehlsteuerung von Harnblase und Schliessmuskel ausgelöst und unterhalten wird. In diesen Fällen kann eine neurologische Erkrankung durch Untersuchungen nachgewiesen werden.
  • Die seltene Überlaufinkontinenz wird durch eine Abflussstörung aus der chronisch überdehnten Harnblase hervorgerufen. Jeder neu in die Blase gelangende Tropfen Urin führt zum Überlaufen und damit zum unfreiwilligen Verlust von Urin.
Belastungsinkontinenz Dranginkontinenz
- vor allem Frauen betroffen - häufige Toilettengänge tagsüber und nachts
- unwillkürlicher Verlust kleiner Urinmengen - unkontrollierbarer starker Harndrang
- Urinabgang bei körperlicher Anstrengung, beim Husten, Niesen, Lachen - spontaner Verlust grösserer Urinmengen
- Blasenfunktion intakt - Blasenfunktion gestört
- Schwäche des Beckenbodens - Übererregbarkeit des Blasenmuskels
 
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