Kinder im Vorschulalter, die schlecht sehen, sollten so schnell wie möglich eine Brille tragen. Das zeigt eine Studie am Shiley-Augen-Zentrum an der Universität im amerikanischen San Diego. VON THOMAS VOGEL
Prof. Stuart I. Brown, der diese Studie durchführte, sagt dazu: «Kinder mit Sehproblemen schneiden bei motorischen Tests bedeutend schlechter ab als Kinder, die normalsichtig sind.» Vor allem die Koordination zwischen Augen und Händen sei stark eingeschränkt.
Brown und sein Team untersuchten mit standardisierten Tests die motorischen Fähigkeiten von 35 Kindern ohne Sehprobleme und von 35 Kindern mit diagnostizierten, aber unbehandelten Sehproblemen wie Weitsichtigkeit oder Hornhautverkrümmung. Sie stellten ein massives Defizit fest. Danach verschrieben sie den fehlsichtigen Kindern eine Brille und wiesen die Eltern an, dafür zu sorgen, dass die Kinder die Brille auch tragen.
Nach sechs Wochen untersuchten sie die Kinder ein zweites Mal und machten mit ihnen dieselben Tests erneut. «Die Fortschritte waren dramatisch», sagt Brown. «Die fehlsichtigen Kinder waren nach diesen sechs Wochen Brille tragen motorisch auf demselben Level wie die Kinder ohne Sehprobleme.» Sie haben also in dieser kurzen Zeit die Defizite ausgeglichen.
Die Studie legt gemässs Brown den Schluss nahe, dass «ein frühes Erkennen und Korrigieren einer Sehstörung bei Kindern die kognitive Entwicklung ebenso optimiert, wie es die verbale Ausdrucksweise und das Lernen fördert.» Oder anders gesagt: Gutes Sehen gibt kluge Kinder.
Das Problem ist oft: Wie bleibt die Brille auf der Nase eines dreijährigen Knirpses?
Die Tipps der Optiker - Eine Brille muss der Anatomie des Kindergesichtes möglichst gut entsprechen und eine gute Passform haben.
- Ein sehr nützliches Ausstattungsmerkmal sind Federscharniere in den Bügeln. Die Brille sitzt dadurch wesentlich bequemer, und beim Abnehmen mit einer Hand können sich die Brillen nicht so leicht verbiegen.
- Ein weicher Nasensteg aus hautfreundlichem Kunststoff schützt empfindliche Kindernasen vor Druckstellen. Bei Modellen für ältere Kinder findet man meistens zwei weiche Seitenstege. Sie lassen sich leicht der individuellen Nasenform anpassen.
- Für aktive Kinder gibt es Modelle aus besonders strapazierfähigen und hochflexiblen Werkstoffen. Diese Spezialprodukte machen fast jeden Dreh und jede Verwindung mit, ohne aus der Form zu kommen.
- Für Schul-, Ball- oder Leistungssport sind normale Brillen nicht gemacht. Dafür gibt es spezielle Schulsportbrillen. Die sind robust und machen alles mit. Schüler bewegen sich dadurch freier.