Übelkeit oder das Ausbleiben der Regelblutung müssen noch nicht gleichbedeutend sein mit «schwanger». Treten aber weitere Zeichen ein, erhärtet sich der Verdacht mit der Zeit. Nach einem Schwangerschaftstest wird er schliesslich zur Gewissheit. Schwangerschaftszeichen
Die Zeichen, die auf eine Schwangerschaft hindeuten, können in unsichere, wahrscheinliche und sichere Schwangerschaftszeichen unterteilt werden:
- Die wichtigsten unsicheren Schwangerschaftszeichen sind Veränderungen im Allgemeinbefinden, Übelkeit und Erbrechen, verändertes Geschmackempfinden, abnorme Gelüste, übermässige Müdigkeit, Schwindel, häufiges Wasserlösen und Brustspannen.
- Wahrscheinliche Schwangerschaftszeichen lassen eine Schwangerschaft vermuten, beweisen sie aber noch nicht. Dazu gehören Vergrösserung und Auflockerung der Gebärmutter, das Ausbleiben der Menstruationsblutung (Amenorrhoe), Vergrösserung der Brüste oder eine verstärkte Pigmentierung des Warzenhofes an der Brustwarze.
- Als sichere Schwangerschaftszeichen gelten ein positiver Schwangerschaftstest, gehörte Herztöne des Kindes, im Ultraschall nachgewiesener Fötus oder Fruchtblase sowie - zu einem späteren Zeitpunkt - Kindsbewegungen. Ein bereits in der frühen Schwangerschaft fast sicheres Zeichen ist die Erhöhung der Basaltemperatur. Am Ende der zweiten Zyklushälfte sinkt diese bei der gesunden, nicht schwangeren Frau ab. Bleibt die Basaltemperatur längere Zeit über 37 Grad, kann eine Schwangerschaft angenommen werden.
Gewissheit durch Schwangerschaftstest und ärztliche Folgeuntersuchung
Der Schwangerschaftstest ist die einzige sichere Methode, eine frühe Schwangerschaft nachzuweisen. Der Test erfolgt mit immunologischen Methoden und beruht auf dem Nachweis des Gonadotropen Hormons (HCG,
Human
chorion
gonadotropin) im Urin der Schwangeren.
HCG wird von den äusseren Keimzellen des noch winzigen Embryos gebildet, aus dem sich später die Plazenta entwickelt. Im Blut kann es bereits am 7. Tag nach der Befruchtung der Eizelle nachgewiesen werden, im Urin erst ungefähr 14 Tage nach der Befruchtung.
Die Schwangerschaft kann also mit dem
Urintest etwa ab dem zweiten Tag nach dem Ausbleiben der Menstruation nachgewisen werden. Mit dem Bluttest ist dies bereits vor der erwarteten Menstruation möglich.
Urintests (Stäbchentest) sind in jeder Apotheke oder Drogerie erhältlich und können zu Hause durchgeführt werden. Ein Teststäbchen wird in den Urin gehalten und zeigt innerhalb von Minuten ein Ergebnis. Am besten verwendet man dazu den Morgenurin, da der HCG-Spiegel darin am höchsten ist. Falls der Test positiv ist, sollte die Diagnose vom Arzt bestätigt werden. Er wird Blut oder ebenfalls Urin untersuchen und eine Ultraschall-Untersuchung durchführen.
Ist der Test negativ, obwohl eine Schwangerschaft vermutet wird, sollte der Test nach einigen Tagen wiederholt werden. Möglicherweise befindet sich noch nicht genug HCG im Urin, um eine positive Reaktion zu bewirken.
Mit einer Ultraschall-Untersuchung lässt sich die Schwangerschaft in der 5. bis 6. Schwangerschaftswoche zuverlässig nachweisen. Ein erfahrener Frauenarzt kann bereits zwei bis drei Wochen nach der Befruchtung mit einer hochauflösenden Vaginalsonde ein Fruchtbläschen erkennen.