Schwangerschaft
Schwangerschaft
Eine Schwangeschaft stellt für die werdende Mutter und ihr Umfeld eine emotionale Berg- und Talfahrt dar. Das erste Schwangerschaftsdrittel (Trimenon) zeichnet sich durch morgendliche Übelkeit und Erbrechen aus. Das zweite wird oft als das Angenehmste empfunden, während im letzten Drittel die zunehmende Belastung im Zentrum steht.

Zum Zeitpunkt, an dem eine Schwangerschaft erkannt wird, hat sich die befruchtete Eizelle schon stark weiterentwickelt. Bis zum Ende der achten Woche nach der Befruchtung haben sich bereits alle Organe ausgebildet. Ab dem 3. Monat wächst der Fetus bis seine Geburtsgrösse erreicht ist.

Bei unkompliziertem Verlauf der Schwangerschaft werden acht Vorsorge- und zwei Ultraschalluntersuchungen von der Krankenkasse übernommen.


Aus der Sicht der werdenden Mutter


1. Trimenon
(1. bis 4. Monat)
Die ersten Schwangerschaftszeichen, die eine Frau aufmerksam machen, sind das Ausbleiben der Monatsblutung, ein verändertes Allgemeinbefinden, Übelkeit und morgendliches Erbrechen, Heisshunger auf bestimmte Speisen, Schwindel, unerklärbare Müdigkeit und vermehrtes Wasserlösen.

Viele Frauen stellen bereits früh eine Veränderung der Brüste fest: Sie spannen und fühlen sich schwer und empfindlich an. Oft leidet die Schwangere an Verdauungsproblemen wie Völlegefühl, Verstopfung und Blähungen.

Auch psychische Veränderungen können von der Frau selbst oder vor allem von ihrer Umgebung beobachtet werden: Viele Frauen sind launischer und reizbarer als gewöhnlich, ähnlich wie in den Tagen vor der Monatsblutung. Während den ersten Monaten macht vor allem die Morgenübelkeit den Frauen zu schaffen.

2. Trimenon
(5. bis 7. Monat)
Das zweite Trimenon wird von vielen Schwangeren als die angenehmste Zeit empfunden: Die Übelkeit der ersten Monate ist verschwunden. Die Brüste nehmen weiter an Grösse zu, sind aber weniger empfindlich. Im 5. Monat ungefähr können die ersten Kindsbewegungen verspürt werden. Dieses Ereignis entschädigt für fast alle vorangegangen Strapazen.

Bei einigen Frauen tritt in dieser Zeitspanne der Schwangerschaft ein erhöhter Blutdruck auf. Da dies auch erhebliche Auswirkungen auf das ungeborene Kind haben kann, wird im Rahmen der Vorsorgeuntersuchungen routinemässig der Blutdruck kontrolliert. Der Bauchumfang nimmt nun langsam zu.

Seelisch geht es den schwangeren Frauen eher besser als in den vorangegangenen Monaten. Eine gesteigerte Müdigkeit kann sich jedoch durch die gesamte Schwangerschaft hindurchziehen.

3. Trimenon
(8. bis 10. Monat)
Im letzten Trimenon wird die Schwangerschaft aufgrund der zunehmenden körperlichen Belastung wieder beschwerlicher. Das zusätzliche Gewicht kann Rückenschmerzen und schwere Beine verursachen. Das Schlafen wird schwieriger, Schlafstörungen sind häufig. Die immer grösser werdende Gebärmutter drückt auf das Verdauungssystem und die Lunge. Dies führt zur Kurzatmigkeit. Bei einem Grossteil der schwangeren Frauen kommt es im letzten Trimenon zu Wassereinlagerungen (Ödemen) in den Armen und Beinen. Abhilfe verschafft das Hochlagern der Beine und in schweren Fällen das Tragen von Stützstrümpfen.

Zunehmend wird sich Ungeduld und der Wunsch nach dem Schwangerschaftsende einstellen. Die Schwangere beschäftigt sich intensiv mit der Geburt. Im letzten Schwangerschaftsdrittel kann es bei manchen Frauen zu einer Blasenschwäche kommen, die sich als Abgang von Urin beim Lachen, Husten oder Niesen äussert (Stressinkontinenz).

Bereits zwei bis vier Wochen vor der Geburt treten die ersten Senkwehen auf. Sie sorgen dafür, dass sich der vorangehende Teil des Kindes weiter nach unten senken kann. Das Platzen der Fruchtblase, der Blasensprung, ist normalerweise ein Zeichen, dass die Geburt innerhalb der nächsten Stunden eintreten wird und ein Hinweis für die werdende Mutter, das Spital aufzusuchen oder die Hebamme zu benachrichtigen.



Ablauf der Untersuchungen

Gemäss Krankenpflege-Leistungsverordnung ist in der Schweiz vor der 16. Schwangerschaftswoche nur eine Vorsorgeuntersuchung vorgesehen. Die weiteren Termine erfolgen dann in vier- bis fünfwöchigen Abständen und im letzten Monat alle ein bis zwei Wochen, falls die Schwangerschaft risikolos ist. In unkomplizierten Schwangerschaften reichen normalerweise sieben Kontrollen bis zum Termin aus, die achte von der Leistungsverordnung vorgesehene Kontrolle erfolgt nach der Geburt.

Die erste Vorsorgeuntersuchung dauert in der Regel am längsten und läuft wie folgt ab:


1. Anamnese

Der Frauenarzt wird nach vorangegangenen Schwangerschaften, Geburten, Fehlgeburten und Schwangerschaftsabbrüchen fragen. Er interessiert sich für frühere Operationen, frühere und aktuelle Krankheiten und regelmässig eingenommene Medikamente. Erbkrankheiten in der Familie, Ernährung, Sport, Rauchen und Alkoholkonsum der Schwangeren werden ebenfalls ein Thema sein. Und selbstverständlich gehört zu jeder Anamnese eine Abklärung der sozialen Gegebenheiten, in denen sich die Schwangere befindet.


2. Gynäkologische und allgemeine körperliche Untersuchung

Eine vaginale Tast-Untersuchung dient der Bestätigung der wahrscheinlichen Schwangerschaftszeichen und der Bestimmung der zeitgerechten Gebärmuttergrösse. Während der gynäkologischen Untersuchung wird bei allen Schwangeren vom Gebärmuttermund ein Krebsabstrich abgenommen. Der Frauenarzt wird die Brust untersuchen und eventuell bereits ein erste Ultraschalluntersuchung durchführen, um die zeitgerechte Grösse des Embryos zu bestimmen.

Zur ersten Vorsorgeuntersuchung gehört ebenfalls das Erheben von allgemeinen körperlichen Befunden. Untersucht werden Herz und Lunge, um sich ein Bild vom allgemeinen Gesundheitszustand zu machen. Die Beine werden auf Krampfadern oder Wassereinlagerungen (Ödeme) untersucht.

Blutdruck und Gewicht werden gemessen und während den nächsten Schwangerschaftsvorsorgeuntersuchungen regelmässig kontrolliert.

Der Urin der Schwangeren wird auf Eiweiss und das Vorhandensein von Bakterien untersucht. Da während der Schwangerschaft die Harnwege weiter sind, können Bakterien besser eindringen. Harnwegsinfekte in der Schwangerschaft sollten immer behandelt werden, da die Gefahr einer Nierenbeckenentzündung besteht, was für Mutter und Kind gefährlich werden könnte.

Bei jeder Schwangeren wird mindestens einmal die Blutgruppe und der Rhesusfaktor bestimmt und mit immunologischen Verfahren nach Antikörpern gesucht. Zusätzlich wird geprüft, ob bei der schwangeren Frau ein ausreichender Schutz gegen Röteln besteht. Eine Rötelninfektion während der Schwangerschaft kann das ungeborene Kind sehr schwer schädigen. Auch weitere Infektionskrankheiten, die das ungeborene Kind schädigen können, werden abgeklärt: Syphilis (Lues), Toxoplasmose und meistens auch HIV.


3. Beratung der Schwangeren

Der Arzt ist verpflichtet, die Schwangere über eine optimale Lebensführung im Verlauf der Schwangerschaft zu informieren und zu beraten.

Ernährung Die Ernährung sollte abwechslungsreich sein mit hochwertigen Eiweissen, genügend Kohlenhydraten und etwas weniger Fetten. Wichtig ist die ausreichende Versorgung mit Mineralien und Vitaminen. Folsäure und Eisen sollten zusätzlich zugeführt werden.

Medikamente Bestimmte Medikamente können, wenn sie während der Schwangerschaft eingenommen werden, zu Fehlbildungen des Embryos oder Feten führen. Medikamente sollten daher während der Schwangerschaft sehr vorsichtig und in Absprache mit dem Arzt eingesetzt werden.

Rauchen Sowohl aktives als auch passives Rauchen gefährden das Kind. Rauchen führt zu einer Verminderung der Plazentadurchblutung. Die Folgen sind Wachstumsverzögerungen und vermehrte Frühgeburten.

Alkohol Bei chronischem übermässigem Alkoholkonsum während der Schwangerschaft kommt es zur Erhöhung des Risikos einer Fehlgeburt und des Auftretens eines fetalen Alkoholsyndroms. Diese Kinder leiden an einer Verkleinerung des Schädelumfanges, Missbildungen im Gesicht und körperlicher und geistiger Retardierung. Insbesondere in den ersten 14 Schwangerschaftswochen (Zeit der Organbildung) sollte ganz auf Alkohol verzichtet werden.

Sport Mässig belastende Sportarten wie Schwimmen und gymnastische Übungen sind während der Schwangerschaft sinnvoll. Extreme körperliche Anstrengungen sollten jedoch vermieden werden.

Infektionen In der Frühschwangerschaft besteht durch eine Reihe von sonst relativ banalen Infekten (z.B. Röteln, Toxoplasmose, Listeriose, Masern) die Gefahr von Fehlgeburten oder der Schädigung des Kindes. Eine Schwangere sollte deshalb den Kontakt zu Personen mit ansteckenden Krankheiten möglichst meiden.


Die nachfolgenden monatlichen Untersuchungen fallen in der Regel kürzer aus als die Erstuntersuchung. Routinemässig werden Gewicht, Blutdruck, Fundusstand, Urin- und Blutprobe, Lage des Kindes und die kindliche Herzaktion untersucht.

Bei einem normalem Schwangerschaftsverlauf werden von der Krankenkasse zwei Ultraschalluntersuchungen bezahlt: Die erste Untersuchung erfolgt in der 11. bis 12. Schwangerschaftswoche, die zweite in der 20. bis 22. Schwangerschaftswoche. Treten während der Schwangerschaft Probleme oder Komplikationen auf, werden von der Krankenkasse weitere Untersuchungen übernommen.


Von der befruchteten Eizelle zum Säugling
Im Gegensatz zu den Schwangerschaftswochen, die den ersten Tag der letzten Menstruation als Ausgangspunkt haben, bezeichnen die folgenden Zeitangaben die Tage/Wochen nach der Befruchtung.


Erste bis dritte Woche nach der Befruchtung
Beim Eisprung wird die Eizelle aus dem aufgeplatzten Eibläschen, das sich auf der Oberfläche des Eierstocks vorwölbt, ausgestossen. Durch die wischenden Bewegungen der Fimbrien wird die Eizelle in den Eileiter befördert. Die Befruchtung erfolgt innerhalb von 6 bis 12 Stunden nach dem Eisprung im Eileiter. Nur wenige Hundert der 200 bis 300 Millionen Spermien erreichen den Ort der Befruchtung und nur eines ist zur Befruchtung notwendig. Danach verändert sich die äusserste Schicht der Eizelle, die Zona pelucida, und verhindert das Eindringen weiterer Spermien.

Eizelle und Spermium besitzen je 23 Chromosomen, das heisst einen Chromosomensatz. Sie verschmelzen nun zu einer Zelle mit einem doppelten Chromosomensatz (46 Chromosomen) wie die übrigen Zellen des Körpers. Die befruchtete Eizelle wird Zygote genannt und wandert langsam durch den Eileiter in Richtung Gebärmutter. Auf diesem Weg teilen sich die Zellen mehrmals, so dass sie nach etwa vier Tagen wie eine Maulbeere aussehen (Morula-Stadium). Aus den inneren Zellen (Embryoblast) entsteht der eigentliche Embryo, während die äusseren Zellen den Trophoblast bilden, aus dem schliesslich die Plazenta hervorgeht.
 
Detail Ansicht
 
 
Werbungen
 
Shop-Angebote

Ratgeber «Besser schlafen»

Schlafstörungen sind weit verbreitet. Mit diesem Buch erhalten Sie auf 147 Seiten wertvolle Informationen aus der Schlafforschung und die wirksamsten Rezepte für einen gesunden Schlaf.

Mehr Infos
 Spezialpreis CHF 24.50
Sie sparen CHF 8.50

Risiko-Bauchmessband

Ermitteln Sie Ihr persönliches Gesundheitsrisiko mit diesem Spezial-Messband, das auf der Rückseite mit wertvollen Abnehm-Tipps bedruckt ist. Es dient zur Messung Ihres Bauchumfangs und zeigt Ihnen mit den Farben Grün, Gelb, Rot, wo die Grenzwerte liegen.

Mehr Infos
 Spezialpreis CHF 12.00
Sie sparen CHF 4.50


Pilates Trainingsrolle von Sissel

Bringen Sie mit der Pilates Trainingsrolle von Sissel und der Trainingsmethode «dynamische Kontrolle» Ihre Rückemuskulatur wieder ins Gleichgewicht!

Mehr Infos
Spezialpreis CHF 47.00
Sie sparen CHF 12.00