Die Magnetresonanztomographie (MRT, Kernspintomographie, Magnetic Resonance Imaging, MRI) arbeitet mit Magnetfeldern und Radiowellen statt mit Röntgenstrahlung, ist jedoch wie die Computertomographie ein Schnittbildverfahren. Es kann also jede beliebige Körperebene dargestellt werden.
Manchmal ist die Verabreichung von MRT-Kontrastmitteln erforderlich. Bei der Darstellung von Blutgefässen kann jedoch oft auf Kontrastmittel verzichtet werden, da sich strömende Flüssigkeiten von ruhendem Gewebe im Magnetfeld sehr deutlich unterscheiden. Auch ist die Untersuchung völlig schmerzfrei. Diese Methode arbeitet ohne Röntgenstrahlen und ohne radioaktive Substanzen. Die Untersuchung stellt kein Risiko dar und ist völlig schmerzfrei.
In der Hauptsache werden die im Körper vorhandenen Wasserstoffatome für die Bilderzeugung genutzt. Deren Kerne richten sich im Magnetfeld wie eine Kompassnadel aus. Durch Einbringen von Radiowellen nehmen sie Energie auf und werden abgelenkt, um schliesslich, nach Abschalten der Radiowellen, wieder in ihren ursprünglichen Zustand zurückzukehren und selbst Energie in Form von Resonanzwellen auszusenden. Diese Signale werden von spulenförmigen Antennen aufgefangen und von leistungsstarken Computern zu Bildern umgerechnet.
Der Vorteil der MRT liegt in der hervorragenden Kontrastauflösung und der sehr guten räumlichen Auflösung, wodurch auch kleinste Veränderungen im Gewebe abgebildet werden können. Im Gegensatz zur Computertomographie können die Schnittebenen beliebig gewählt, also auch Längs- und Schrägschnitte aller Art angefertigt werden. Ein weiter Vorteil besteht in dem Umstand, dass zur Bilderzeugung keine ionisierenden Strahlen (Röntgenstrahlen) verwendet werden, eine schädliche Wirkung des Magnetfeldes oder der verwendeten Radiowellen ist in mehr als 15 Jahren der Anwendung der MRT nicht festgestellt worden. Daher können unter bestimmten Umständen auch schwangere Frauen mit MRT untersucht werden.
| Zu beachten: Informieren Sie Ihren Radiologen über eventuelle Metallimplantate,
Metallsplitter oder vorangegangene Operationen. Patienten mit
implantiertem Herzschrittmacher, mit ferromagnetischen Clips nach
Aneurysmaoperation, mit Metallsplittern im Auge oder mit elektronischen
Implantaten wie Innenohrprothesen, Insulinpumpen etc. dürfen keine MRT-Untersuchung durchführen lassen! Auch bei
Shuntventilen nach Hydrocephalus ist Vorsicht geboten. |
Die Haupt- Einsatzgebiete der MRT liegen in der Diagnostik von:
- Erkrankungen des Zentralnervensystem, d.h. Gehirn und Rückenmark, in erster Linie Nachweis oder Ausschluss von Tumorerkrankungen, Gefässmissbildungen, multipler Sklerose
- Verlaufsbeobachtung nach Hirnblutung und Schlaganfall
- Erkrankungen der Wirbelsäule und der Gelenke wie z.B. Bandscheibenvorfälle, Meniskus-, Kreuzband- oder Seitenbandverletzungen. Keine andere Technik kann Weichteilstrukturen wie Muskeln, Sehnen, Bänder und Menisken so gut darstellen wie die MRT.
- Die MRT ist die beste diagnostische Methode zur Früherkennung von Erkrankungen des Knochenmarks (Metastasen, Knochentumoren, Plasmozytom - Multiples Myelom - Kahler Krankheit)
- Bei der Untersuchung von Bauch- und Beckenorganen sowie in der Brustdiagnostik (MR-Mammographie) wird die Kernspintomographie zunehmend eingesetzt