Medikamentensicherheit
Medikamentensicherheit
Am Anfang jedes Heilmittels steht der Wunsch nach einer noch besseren medizinischen Versorgung. Weltweit arbeiten Zehntausende Mitarbeiter von Pharmafirmen in der Forschung und Entwicklung. Sie sind damit beschäftigt, neue Wirkstoffe zu finden und bestehende zu testen.

Ist eine potenziell wirksame Substanz ermittelt, muss sie erst einmal isoliert und in grösseren Mengen hergestellt (synthetisiert) werden. Neben der Wirksamkeit ist aber auch die Verträglichkeit von ganz entscheidender Bedeutung. Bevor ein neues Medikament auf den Markt kommen darf, muss es eine jahrelange Reihe von Tests bestehen. Für grosse Firmen kann das die Betreuung von klinischen Studien in über 65 Ländern bedeuten.


Grundlagenforschung Die Entdeckungsphase: Suchen, isolieren und synthetisieren von Substanzen im Reagenzglas. Die Forscher untersuchen, ob eine dieser Substanzen auf ein bestimmtes Zielmolekül wirkt.

Präklinische Phase In einem nächsten Schritt testen die Forscher, wie der Wirkstoff von einem komplexen Organismus aufgenommen wird, wie er wirkt, welche unerwünschten Wirkungen er hat und wie er sich bezüglich Verteilung und Ausscheidung verhält. Da in diesem Stadium Versuche am Menschen gesetzlich verboten sind, müssen Laboruntersuchungen auch an Tieren durchgeführt werden. Zum Schutz der Tiere sind diese Versuche nach dem schweizerischen Tierschutzgesetz geregelt – die Auflagen gehören weltweit zu den strengsten.

Klinische Phase I

Wenn die ersten Versuche positiv verlaufen sind, wird die Substanz nach rund drei bis fünf Jahren erstmals am Menschen getestet. Eine unabhängige Ethik-Kommission entscheidet darüber, ob die Studie ethisch, medizinisch und rechtlich vertretbar ist. Zudem ist eine Zulassung der Studie durch die Swissmedic erforderlich. Erst wenn sich der Wirkstoff zuvor in Tiertests als erfolgversprechend gezeigt hat, kann er an einer kleinen Gruppe gesunder Menschen getestet werden. Die Phase-I-Studien dienen dazu, eine geeignete Dosierung sowie die Verträglichkeit und Nebenwirkungen eines Medikaments am Menschen zu untersuchen. In bis zu 30 Studien werden die Reaktionen beobachtet und genaustens dokumentiert. So wird unter anderem auch darüber entschieden, in welcher Form (Tablette, Zäpfchen etc.) das Medikament die beste Wirkung und Verträglichkeit entwickelt.


Klinische Phase II

Der Wirkstoff wird jetzt erstmals bei kranken Menschen eingesetzt. Dabei wird meist an mehreren Hundert Patienten ermittelt, ob und in welcher Dosis der Wirkstoff das Krankheitsbild positiv beeinflussen kann und wie gut das neue Arzneimittel vertragen wird. Das geschieht zum Teil in so genannten Doppelblindstudien. Das heisst: Eine Gruppe von Patienten erhält den neuen Wirkstoff, die andere ein bislang eingesetztes Standardpräparat oder Plazebo (Scheinmedikament). Dabei wissen weder Arzt noch Patient, wer welcher Gruppe angehört. Damit soll der Einfluss von Hoffnungen oder Befürchtungen auf die Testresultate verhindert werden. Die Ergebnisse beider Gruppen werden nun miteinander verglichen.


Klinische Phase III

Wirksamkeit und Unbedenklichkeit müssen in Studien mit grösseren Patientenzahlen (mehrere Hundert bis mehrere Tausend) bestätigt werden. Zudem wird die genaue Wirksamkeit einer neuen Therapie im Vergleich zu bisherigen Therapieformen beurteilt.


Zulassung Hat das Medikament seine Sicherheit, Wirksamkeit und Qualität bewiesen, erteilt die Swissmedic eine Zulassung zum Markt in der Schweiz. Das eigentliche Zulassungsverfahren dauert in der Schweiz mindestens 13 Monate.

Spezialfall Monitored Release: In bestimmten Fällen kann eine Zulassung vorläufig mit der Auflage erteilt werden, dass noch gewisse Daten in einem definierten Zeitraum nachgereicht werden müssen.

Spezialfall neue Indikation: Für jeden neuen Anwendungsbereich muss erneut das ganze Zulassungsverfahren durchlaufen werden.


Phase IV Phase-IV-Studien finden nach der Zulassung eines neuen Medikaments statt. Universitäten, Spitäler und Arztpraxen dokumentieren und kontrollieren das neue Medikament in gross angelegten Studien. Dabei will man insbesondere unerwünschten Arzneimittelwirkungen auf die Spur kommen sowie allfälligen Wechselwirkungen (Interaktionen) mit anderen Medikamenten.

Ein gut funktionierendes Netz von Instanzen überwacht jeden Schritt des Werdegangs eines neuen Medikaments. Im Zentrum steht dabei in der Schweiz das Heilmittelinstitut Swissmedic, eine staatliche Kontroll- und Vollzugsbehörde.


Vom Labor bis in die Apotheke in 12 bis 15 Jahren

Der lange Weg zu einem neuen Arzneimittel hat verschiedene Etappen. In vier klinischen Phasen wird geprüft, wie die Substanz wirkt, wie sicher und wie gut sie wirkt und ob allenfalls Nebenwirkungen auftreten. Alles in allem dauert es von der Entdeckung eines vielversprechenden Wirkstoffs bis zu seiner Zulassung als Medikament 12 bis 15 Jahre!

(Quelle: Gesundheit Sprechstunde 02/2005)
 
Detail Ansicht
 
 
Werbungen
 
Shop-Angebote

Ratgeber «Besser schlafen»

Schlafstörungen sind weit verbreitet. Mit diesem Buch erhalten Sie auf 147 Seiten wertvolle Informationen aus der Schlafforschung und die wirksamsten Rezepte für einen gesunden Schlaf.

Mehr Infos
 Spezialpreis CHF 24.50
Sie sparen CHF 8.50

Risiko-Bauchmessband

Ermitteln Sie Ihr persönliches Gesundheitsrisiko mit diesem Spezial-Messband, das auf der Rückseite mit wertvollen Abnehm-Tipps bedruckt ist. Es dient zur Messung Ihres Bauchumfangs und zeigt Ihnen mit den Farben Grün, Gelb, Rot, wo die Grenzwerte liegen.

Mehr Infos
 Spezialpreis CHF 12.00
Sie sparen CHF 4.50


Pilates Trainingsrolle von Sissel

Bringen Sie mit der Pilates Trainingsrolle von Sissel und der Trainingsmethode «dynamische Kontrolle» Ihre Rückemuskulatur wieder ins Gleichgewicht!

Mehr Infos
Spezialpreis CHF 47.00
Sie sparen CHF 12.00