Auf unserem Planeten gedeihen insgesamt mehr als 300'000 verschiedene Pflanzenarten, über 10'000 davon werden als Heilpflanzen verwendet - das Gebiet der ganzheitsmedizinischen Pflanzenheilkunde (Phytotherapie)
Gegenüber Nutz- oder Kulturpflanzen, welche Mensch und Tier für die tägliche Ernährung brauchen, zeichnen sich Heilpflanzen dadurch aus, dass sie nicht einfach reich an Speicherstoffen wie Zucker, Stärke oder fetten Ölen sind, sondern zusätzlich heilsame Inhaltsstoffe wie zum Beispiel Bitterstoffe, Gerbstoffe, ätherisches Öl, Harze oder stark wirksame (oft giftige) Alkaloide enthalten. Anstelle von Dornen oder dicken Rinden haben einzelne Pflanzengruppen im Verlaufe der Evolution diese so genannten sekundären Pflanzenstoffe entwickelt, um nicht von Tieren gefressen oder von Insekten befallen zu werden. Mit ätherischen Ölen und anderen Duftstoffen werden umgekehrt gezielt Insekten angelockt, damit die Blüten mit Pollen bestäubt werden und dadurch die Fortpflanzung gewährleistet ist. Harze und Gerbstoffe ihrerseits, helfen mit, Wunden abzudichten, unnötigen Wasserverlust zu verhindern und Infektionen vorzubeugen.
In der Schweiz hat die Phytotherapie in der Bevölkerung einen sehr hohen Stellenwert. Bekannte Schweizer Heilkräuterpioniere sind Kräuterpfarrer Künzle (1857 – 1945) sowie Dr. Alfred Vogel (1902 – 1996). Auch in der chinesischen Medizin und in der ayurvedischen Medizin werden sehr viele Heilpflanzen verwendet.
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