Die Organotherapie beruht auf der Erkenntnis, dass viele Krankheiten von kleinsten Veränderungen in den Zellen und deren Funktion begleitet sind. Mit der Organotherapie werden Defekte in den Zellen rückgängig gemacht, indem man Komponenten aus identischen gesunden Zellen zuführt. Dabei macht sich die Organotherapie natürliche Regulations- und Stoffwechselsubstanzen zu Nutze.
Das Verfahren kann präventiv angewandt werden, indem man bestimmte Zelltätigkeiten frühzeitig revitalisiert. Viel wichtiger ist jedoch die therapeutische Anwendung bei bestehenden Leiden wie:
- Immunschwächen
- Allergien
- Degenerative Leiden
- Autoimmunkrankheiten und Tumorleiden
Anhand des Krankheitsstadiums und des allgemeinen Gesundheitszustands wird ein individuelles Behandlungskonzept erstellt.
Die organotherapeutischen Präparate werden in der Regel unter die Haut oder in Muskelgewebe gespritzt. Der Einsatz folgt der sogenannten isopathischen Regel nach Paracelsus (Herz heilt Herz, Thymus heilt Thymus etc.). Die Organotherapie findet in neuester Zeit auch in der Schulmedizin wachsende Akzeptanz.
Ein Beispiel aus dem Bereich der Organotherapie ist die
Thymustherapie. Die hinter dem Brustbein liegende Thymusdrüse ist eines der bedeutendsten Organe für die körpereigene Abwehr. Die Thymustherapie wird vor allem in der Tumorbehandlung und bei anderen immunologischen Krankheiten eingesetzt. Die Injektion von Thymusextrakten führt zu einer Steigerung der Interferon- und Lymphokinproduktion (Gewebehormone mit abwehrfördernder und regulativer Wirkung), zu einer Aktivierung ruhender Abwehrzellen im Knochenmark sowie zu einer Aktivierung der Killerzellen. Weil das Thymusorgan eine entscheidende Wirkung auf die übergreifenden immunologischen Vorgänge hat, wirkt die Behandlung auf den Gesamtorganismus.
Die therapeutischen Effekte insbesondere bei Krebspatienten zeigen sich in einer Steigerung des Appetits, einer Zunahme der körperlichen Kräfte, einer Verminderung der Infektanfälligkeit sowie fallweise in einer Verlangsamung des Tumorwachstums.