Komplementärmedizin
Komplementärmedizin
Dr. Peter Heusser, Dozent für Anthroposophische Medizin an der Universität Bern, und Experten der Aeskulap Klinik Brunnen erklären die wichtigsten Begriffe rund um die Komplementärmedizin.

Akupunktur
Behandlungskonzept der Traditionellen Chinesischen Medizin. Sie geht von 361 Akupunkturpunkten aus, die auf den Meridianen angeordnet sind.

Alternativmedizin
Nicht gleichbedeutend mit «Komplementärmedizin». Oft gebraucht für die von Laien nach Schnellkursen ausgeübten unkonventionellen Heilverfahren. Qualitativ eher problematisch.

Anthroposophische Medizin
Naturwissenschaftliche, von regulär ausgebildeten Ärzten ausgeübte Medizin, die durch geisteswissenschaftliche Erkenntnisse erweitert wird und den ganzen Menschen – Körper, Leben, Seele und Geist – berücksichtigt. Die Anthroposophische Medizin ist ein aus der Anthroposophie Rudolf Steiners (1861-1925) hervorgegangenes komplementärmedizinisches Behandlungskonzept.

Bioelektronische Terraindiagnostik
Im Rahmen der bioelektronischen Terraindiagnostik werden in Blut, Speichel und Urin der pH-Wert (Säuregrad), das Redoxpotential (Elektronenaktivität) und der elektrische Widerstand gemessen. Die Untersuchung anhand der drei genannten Körperflüssigkeiten ergibt neun Messwerte, die zueinander in Beziehung gestellt und analysiert werden. Die bioelektronische Terrainuntersuchung ermöglicht wertvolle Aussagen über den Zustand des körpereigenen Abwehrsystems, den Stoffwechsel und die Verdauung.

Biophysikalische Therapieverfahren
Dazu zählen Magnetfeldtherapie, Laser-Akupunktur, Softlaser und Frequenztherapie.

Blut-Sauerstoff-Therapie
(Photobiologische Therapie, Hämatogene Oxidationstherapie, HOT) Diese biologische Behandlungsmethode arbeitet mit den existenziell wichtigen Elementen Sauerstoff und Licht: Durch ultraviolettes Licht von einer bestimmten Wellenlänge wird im menschlichen Blut aktivierter Sauerstoff gebildet.

Check-up
Schul- und komplementärmedizinische Vorsorgeuntersuchung.

Decoderdemographie
(DDG) Standardisiertes Messverfahren, welches bioelektrische Regulationsvorgänge in verschiedenen Körperregionen sichtbar macht. Dabei erfolgt eine elektrische Messung, ähnlich wie etwa beim EKG.

Dunkelfelddiagnostik
Mittels Dunkelfeldmikroskopie werden pathologische Blutveränderungen, ein möglicher Befall des Blutes mit Mikroorganismen, Degenerationserscheinungen der verschiedenen Blutkörperchen (Erythrozyten, Leukozyten, Lymphozyten Thrombozyten) sowie die Ausgestaltung des Fibrins (Blutfaserstoff) beurteilt. Insbesondere Fett- und Eiweissstoffwechselstörungen und Sauerstoffmangel, aber auch Entzündungen oder virusinfektionen können durch die Dunkelfeldmikroskopie feinstofflich erfasst werden.

Fiebertherapie
(Hyperpyrexie) Fieber ist eine sinnvolle Reaktion des Körpers. Es beschleunigt den Stoffwechsel und damit auch die Entgiftung, ausserdem wirkt es stimulierend auf das Immunsystem. Künstliche Fieberreaktionen, wie sie in der Fiebertherapie oder Hyperpyrexie angestrebt werden, erreicht man beispielsweise durch Injektion bestimmter Pflanzenextrakte oder eines gereinigten Bakterienzellwandmaterials.

Frequenztherapie
Bei der Frequenztherapie wirken hochfrequente elektromagnetische Felder regulierend auf Zellen, Organe und den Gesamtorganismus. Über eine Anregung der Hirnanhangdrüse (Hypophyse) werden übergeordnete biokybernetische Regelzentren aktiviert. Dadurch gelingt eine ursächliche Besserung der hormonellen Steuerung des Stoffwechsels und eine Stärkung des Immunsystems.

Ganzheitliche Heilmethoden
Methoden, die nicht nur die Moleküle und den physischen Körper berücksichtigen, sondern auch die Faktoren des Lebens, des Seelischen und des Geistigen.

Hyperthermieverfahren
Hyperthermie (griech. Überwärmung) nennt man in der Medizin eine Behandlung, bei der die Temperatur des Körpergewebes künstlich erhöht wird.

Integrative Medizin
Sie kombiniert Elemente aus verschiedenen medizinischen Richtungen individuell zu einem Ganzen.

Klassische Homöopathie
Heilmethode, die mit rhythmisch verdünnten (potenzierten) Substanzen Krankheitsprozesse behandelt, die jenen Krankheitsprozessen ähnlich sind, welche durch dieselben Substanzen im unverdünnten Zustand hervorgebracht werden. Homöopathie ist eine weit verbreitete komplementärmedizinische Methode, die der deutsche Arzt Samuel Hahnemann um 1800 begründet hat. Ihr wichtigster und namengebender Grundsatz ist das durch Hahnemann entdeckte Ähnlichkeitsprinzip: «Ähnliches werde durch Ähnliches geheilt» (similia similibus curentur).

Komplementärmedizin
Komplementär = «ergänzend», also hat auch das Konventionelle Platz. Bezeichnet die von Ärzten zusätzlich zu schulmedizinischen Massnahmen ausgeübte sanfte Medizin.

Kraniosakrale Osteopathie
Die Kraniosakral-Therapie hat ihre Wurzel in der Osteopathie und geht auf den amerikanischen Arzt Dr. W. G. Sutherland zurück. Sie arbeitet auf der Basis der Gehirn- und Rückenmarksflüssigkeit, die in einem bestimmten Eigenrhythmus fluktuiert. Die Bewegung der Gehirn- und Rückenmarksflüssigkeit sowie entsprechende Blockaden sind für geschulte Therapeuten am ganzen Körper spürbar und manuell behandelbar.

Laser-Akupunktur
In der Laser-Akupunktur werden mittels Laser entweder schmerzende Körperstellen flächig bestrahlt, oder Akupunkturpunkte gezielt behandelt.

Lymphozytentransformationstest
Der Lymphozytentransformationstest ist ein Laborverfahren zum Nachweis einer spezifischen allergischen Reaktion (Allergie Typ IV). Mit Hilfe dieses Testes kann z.B. die allergische Reaktion auf diverse Metalle oder dentale Werkstoffe bestimmt werden. Darüber hinaus kann dieser Test zur Beurteilung individueller Reaktionen auf verschiedene Medikamente wie z.B. Mistel- oder Thymusextrakte eingesetzt werden.

Magnetfeldtherapie
Die Magnetfeldtherapie oder Magnettherapie ist eine komplementärmedizinische Behandlungsmethode, bei der die Patienten einem Magnetfeld ausgesetzt werden. Dabei werden statische oder pulsierende Magnetfelder mit verschiedenen Frequenzen, Intensitäten und Programmen erzeugt. Die Magnetfeldtherapie wird vor allem in der Rheumatologie gegen Entzündungen und Schmerzen eingesetzt.

Naturmedizin
(Natürliches Heilen) Heilmethoden, die sich nur auf Substanzen und Prozesse der Natur stützen. Nicht immer optimal, da der Mensch nicht nur ein Naturwesen ist wie das Tier, sondern auch ein Kulturwesen. Er kann die Substanzen und Prozesse der Natur zum Menschengebrauch weiterentwickeln. Das gilt für die konventionelle Pharmazie wie für pharmazeutische Verfahren der Spagyrik, der Homöopathie und der Anthroposophischen Medizin. Die Frage ist, in welcher Art die weitergeführten Naturprozesse der menschlichen Organisation entsprechen.

Neuraltherapie nach Huneke
Die Neuraltherapie ist ein Verfahren aus dem Bereich der Komplementärmedizin zur Behandlung von Krankheiten. Dabei soll durch gezielte Anwendung eines Lokalanästhetikums das vegetative Nervensystem beeinflusst werden. Entwickelt wurde die Neuraltherapie maßgeblich durch die Ärzte Ferdinand und Walter Huneke.

Organotherapie
Mit der Organotherapie werden Defekte in den Zellen rückgängig gemacht, indem man Komponenten aus identischen gesunden Zellen zuführt.

Orthomolekulare Medizin
Die orthomolekulare Medizin ist eine komplementärmedizinische Methode, in deren Mittelpunkt die Verwendung von Vitaminen und Mineralstoffen steht.

Osteopathie
Die osteopathische Medizin basiert auf der ausschliesslich manuellen Bahandlung durch den Ostepathen. Nach dem Ort der Behandlung unterscheidet man die parietale Osteopathie (Gelenke, Muskeln), die viscerale Ostheopathie (Organe) und die craniosacrale Osteopathie (Schädel, Kreuzbein, Hirnhäute).

Ozontherapie
Als Ozontherapie werden mehrere Verfahren der Alternativmedizin bezeichnet, bei denen das Gas Ozon, (ein dreiatomiges Sauerstoff-Molekül, O3), eingesetzt wird. Bei der Eigenblutbehandlung werden dem Patienten Blut aus der Vene entnommen, mit einem Ozon-Sauerstoffgemisch versetzt und anschliessend dem Patienten intravenös wieder zugeführt.

Phytotherapie
Die Phytotherapie (Pflanzenheilkunde) ist die Lehre der Verwendung von Heilpflanzen zur Behandlung von chronischen und akuten Leiden. Die schulmedizinische Richtung stützt sich nur auf analysierte Wirkstoffe und deren Chemie, die komplementärmedizinische Richtung auch auf ganzheitliche Lebenskräfte, die in den Pflanzen wirken.

Sanfte Medizin
Medizin mit weniger Nebenwirkungen, zum Beispiel durch Pflanzenpräparate und homöopathische Mittel. Allerdings können auch Pflanzen Nebenwirkungen haben, jedoch in der Regel bedeutend weniger als allopathische Mittel.

Säure-Basen-Haushalt
Allgemeine Bezeichnung für diverse physiologische Regelmechanismen. Sie halten den Ablauf der notwendigen Stoffwechselvorgänge bei einem pH-Wert von 7,4 (±0,05) im Blut aufrecht.
Zur Regulierung des Säurebasengleichgewichts tragen die Puffereigenschaften des Blutes und der Gewebe sowie der Gasaustausch in der Lunge und der Ausscheidungsmechanismen der Niere bei. Störungen im Säure-Basen-Haushalt des Körpers führen zu Azidose (Übersäuerung) oder Alkalose (Untersäuerung).

Schulmedizin
An Universitäten gelehrte, naturwissenschaftlich begründete Medizin; stellt molekulare Grundlage von Krankheiten ins Zentrum. Der Umgang mit Selbstheilungskräften ist ihr weniger geläufig. Sehr erfolgreich in der Akut- und Notfallmedizin. Auch ein naturheilkundlicher Arzt braucht eine schulmedizinische Grundlage.

Schmerztherapien
In Erweiterung der Schulmedizin verfügt die Komplementärmedizin über eine grosse Zahl von nichtmedikamentösen schmerzlindernden Verfahren wie die Akupunktur, Neuraltherapie, Osteopathie, Craniosacral-Therapie und viele andere.

Schwermetallanalyse (Dimaval-Test)
Diagnostisches Verfahren zur Beurteilung der aktuellen Belastung des Organismus durch Schwermetalle. Nach Einnahme eines Chelatbildners (Dimaval = DMPS) wird die Ausscheidung von Schwermetallen im Urin gemessen.

Spagyrik
Diese Art der Verarbeitung von Arzneipflanzen bewirkt im menschlichen Organismus eine Aktivierung der Selbstheilungskräfte. Pflanzen werden in einem vielstufigen Prozess verarbeitet und in flüssiger Form unter die Zunge gesprüht. Sie bewähren sich bei akuten wie bei chronischen Krankheiten.

Spengler Test
Der Spengler Test ist ein diagnostisches und therapeutisches Verfahren zur Ergründung von Veranlagungen für gewisse chronische Krankheiten sowie deren Behandlung. Der Spengler Test wird insbesondere eingesetzt bei Arteriosklerose, Allergien, Rheuma und Lungenleiden.

Spurenelementanalyse
Diagnostisches Verfahren zur Feststellung von gewissen essenziellen Elementen, die im menschlichen Organismus vorhandensein müssen, wie Eisen, Zink, Kupfer, Mangan und andere.

Softlaser
Der Softlaser wird vor allem in der Behandlung von Entzündungen und Schmerzen eingesetzt.

Symbioselenkung
Als Symbioselenkung (oder auch mikrobiologische Therapie) wird eine alternativmedizinische Therapie bezeichnet, mit der die Zusammensetzung der so genannten Symbionten im menschlichen Darm und damit die Darmflora positiv beeinflusst wird. Die Methode wird umgangssprachlich häufig auch als «Darmsanierung» bezeichnet.

Traditionelle Chinesische Medizin (TCM)
Die Traditionelle Chinesische Medizin ist eine Heilkunst, die in China vor über 2000 Jahren begründet und über die Jahrhunderte hinweg weiterentwickelt wurde. Zu den therapeutischen Verfahren, die in dieser Medizin zur Anwendung kommen, gehören die Arzneitherapie, die Akupunktur und Moxibustion (Erwärmung von Akupunkturpunkten), die Massage (Tuina Anmo), eine am Wirkmechanismus der Arzneien orientierte Diätetik sowie Bewegungsübungen wie Qigong und Taijiquan.

Thermoregulationsdiagnostik
(TRD) Im Rahmen der Thermoregulationsdiagnostik wird unter standardisierten Bedingungen an über 100 exakt definierten Hautpunkten die Temperatur gemessen. Nach einem gezielten Kältereiz erfolgt eine zweite Temperaturmessung. Anhand der ermittelten Daten kann für jeden Patienten ein persönliches thermisches Profil erstellt und dadurch beurteilt werden, wie funktionstüchtig die vegetative Steuerung und die thermische Regulation der einzelnen Organe sind.

Zahnmedizinische Therapie
Vielzahl von Behandlungsmassnahmen zur Wiederherstellung gesunder und stabiler Verhältnisse in der Mundhöhle, sowie an der Kaumuskulatur und den Kiefergelenken. Die lokale zahnärztliche Therapie kann auch positive Auswirkungen für den allgemeinen Gesundheitszustand haben.
 
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