Es gibt drei verschiedene Arten, wie eine Schwangerschaft mehr oder weniger sicher verhütet werden kann: hormonelle, nicht hormonelle und natürliche Methoden. Als Alternative zu hormonellen Verhütungsmitteln bietet sich eine Anzahl Methoden an, die ebenfalls mehr oder minder wirksam vor ungewollter Empfängnis schützen.
Seit dem Aufkommen der Immunschwächekrankheit Aids hat insbesondere das Kondom wieder stark an Bedeutung gewonnen. Nebst - bei sachgerechtem Gebrauch - guter Verlässlichkeit als Verhütungsmittel bietet es auch einen weit gehenden Schutz vor der Infektion mit Geschlechtskrankheiten.
Spirale: Kupferspirale Barriere-Methoden: Kondom Frauenkondom Diaphragma Chemische Verhütungsmittel: Chemische Verhütungsmittel Die Kupferspirale (Intra-Uterin-Pessar)
Die modernen Kupferspiralen haben nicht mehr viel mit den alten Vorgängern gemeinsam. Seit rund 25 Jahren bestehen die Intra-Uterin-Pessare hauptsächlich aus Weichplastik, sind am Schaft mit feinstem Kupferdraht umwickelt und enthalten keine Hormone.
Warum die Spirale empfängnisverhütend wirkt, ist nicht genau bekannt. Es wird angenommen, dass durch das Kupfer der Spirale und die lokale Entzündungsreaktion in der Gebärmutter die Spermien abgetötet werden. Die Kupferspirale kann bis zu drei oder fünf Jahren in der Gebärmutter bleiben. Die beschriebenen Vorgänge bilden sich nach dem Entfernen einer Spirale rasch zurück, sodass eine Schwangerschaft eintreten kann.
Wie sicher ist die Kupferspirale?
Die Sicherheit der neueren Spiralen liegt mit einem Pearl-Index von 0,2 bis 0,6 im Bereich der hohen Zuverlässigkeit. Die Zahl der ungewollten Schwangerschaften sinkt mit der Dauer der Anwendung.
Für welche Frau ist die Kupferspirale geeignet?
Im Allgemeinen empfehlen Ärzte/Ärztinnen die Spirale dann, wenn eine Frau bereits geboren hat, in einer stabilen Partnerschaft lebt und sich eine längerfristige Verhütung wünscht.
Für welche Frau ist die Kupferspirale nicht geeignet?
Es gibt eine Reihe von Kontraindikationen, die gegen das Einsetzen einer Kupferspirale sprechen:
- Alle akuten oder chronischen Entzündungen der Eileiter und Eierstöcke
- Verdacht auf Schwangerschaft
- Submuköse Myome
- Nicht abgeklärte Blutungsstörungen
- Entzündungen des Gebärmutterhalses oder der Gebärmutterschleimhaut
- Sehr kleine Gebärmutter
- Starke Schmerzen bei der Regelblutung (Dysmenorrhö)
- Verdacht auf Gebärmutterkrebs
- Gerinnungsstörungen oder Dauerbehandlung mit gerinnungshemmenden Medikamenten (z.B. nach einer Lungenembolie oder nach einem Herzinfarkt)
- Fehlbildung der Gebärmutter
- Kupferallergie (sehr selten, gilt nur für kupferhaltige Spiralen)
Vorteile der Kupferspirale
Sichere, hormonfreie Verhütung über eine Zeit von bis zu drei oder fünf Jahren.
Nachteile der Kupferspirale
Selten können kurz nach dem Einlegen der Spirale krampfartige Schmerzen, ähnlich wie bei der Menstruation, auftreten. Diese Beschwerden vergehen im Allgemeinen bereits nach wenigen Stunden. Leichte Schmierblutungen nach dem Einlegen können bis zu sechs Wochen bestehen.
Vor allem in Zusammenhang mit der Einlage können Unterleibsentzündungen vorkommen. Ein solches erhöhtes Risiko besteht vor allem für Frauen, die in wechselnden Partnerschaften leben oder noch nicht geboren haben. Nach heutiger Auffassung sollte wegen der möglichen Gefahr von Entzündungen im Bereich der Eileiter und Eierstöcke die Spirale vor allem bei Frauen angewandt werden, die bereits Kinder haben. Die Regelblutungen sind bei Frauen, die eine Spirale tragen, teilweise verstärkt. Bei 10 Prozent aller Frauen muss die Spirale wegen zu starker Blutungen während der Periode oder wegen zu starker Schmerzen wieder entfernt werden. Das Risiko von Verletzungen der Gebärmutter beim Einsetzen der Spirale ist gering. Sie kommen in 1000 Fällen nur einmal vor.
Wie und wo bekommt eine Frau die Kupferspirale?
Wenn die Entscheidung für diese Methode gefallen ist, wird die Spirale vom Frauenarzt/von der Frauenärztin eingelegt. Fast alle haben die gebräuchlichsten Spiralen vorrätig und können je nach Befund die geeignete auswählen.
Am leichtesten ist es, wenn die Spirale während der Regelblutung eingelegt wird, weil dann der Gebärmutterhals etwas geöffnet ist. Bei Frauen, die schon Kinder geboren haben, ist das Einlegen meistens sehr einfach. Der Gebärmutterhals muss nur sehr selten aufgedehnt werden. Der Arzt/die Ärztin führt die Spirale mit Hilfe eines Plastikröhrchens bis in die Gebärmutterhöhle hinein und zieht anschliessend das leere Röhrchen wieder zurück. Der Sicherungsfaden der Spirale wird so gekürzt, dass er zur Kontrolle etwa 1 bis 2 cm ausserhalb des Muttermundes tastbar oder sichtbar ist.
Was ist, wenn eine Frau trotz Spirale schwanger wird?
Sollte eine Frau trotz eingelegter Spirale schwanger werden, stellt sich die Frage, ob das Kind sich normal entwickeln kann oder die Schwangerschaft abgebrochen werden muss. Die bisher vorliegenden Statistiken über den Ausgang solcher Schwangerschaften zeigen jedoch, dass kein erhöhtes Risiko für Missbildungen am Kind vorliegt. Das Risiko von Fehlgeburten, die auch fieberhaft verlaufen können, ist dagegen deutlich höher. Wenn eine Frau ihre Schwangerschaft austragen will, sollte das Intra-Uterin-Pessar so schnell wie möglich entfernt werden. Dadurch reduziert sich die Gefahr einer Fehlgeburt. Falls die Spirale in der Gebärmutter verbleiben muss, ist die Schwangerschaft als Risikoschwangerschaft besonders intensiv zu überwachen.
Leidet die Fruchtbarkeit nach der Spirale?
Im Normalfall ist die Empfängnisfähigkeit nach der Anwendung von Kupferspiralen nicht beeinträchtigt. Statistiken zeigen, dass 86 Prozent der Frauen, die sich ein Kind wünschten, durchschnittlich zwölf Monate nach Entfernung einer Spirale schwanger geworden sind. Andere Statistiken belegen eine Wunsch-Schwangerschaft drei Monate nach Entfernen der Spirale in 60 Prozent der Fälle. Jedoch ist wegen des häufigeren Vorkommens einer Unterleibsentzündung das Risiko für eine Verminderung der Fruchtbarkeit erhöht.
Wann muss die Kupferspirale vom Arzt/von der Ärztin wieder entfernt werden?
Bei Auftreten von:
- sehr starken Blutungen, die auch nach mehr als drei Zyklen noch anhalten und zu Blutarmut führen können.
- kräftigen, anhaltenden Schmerzen, die manchmal kurz nach dem Einsetzen der Spirale auftreten und auch nach Einnahme eines Schmerzmittels nicht für immer verschwinden.
- einer Unterleibsentzündung. Im Falle einer notwendig werdenden Antibiotikabehandlung sollte die Spirale bei späterem Kinderwunsch sicherheitshalber entfernt werden.
- Bei Eintreten einer Schwangerschaft muss die Spirale möglichst schnell entfernt werden, weil sonst die Gefahr für eine Fehlgeburt oder Infektion erhöht ist.
Barriere-Methoden (mechanische Methoden)
Mechanische Methoden werden auch Barriere-Methoden genannt, weil sie auf unterschiedliche Weise eine Barriere für Spermien bilden. Mit anderen Worten: Es gibt kein «Durchkommen» für Samenzellen in Richtung befruchtungsfähige Eizelle. Ein Vorteil der Barriere-Methoden ist, dass man sie nur «nimmt», wenn man sie braucht. Das heisst aber auch, dass alle diese Verhütungsmittel erst mehr oder weniger vor dem Geschlechtsverkehr angewendet werden und so eventuell beim Liebesspiel störend wirken können. Das Kondom
Kondome, auch Präservative, Gummi oder Pariser genannt, sind die einzigen «mechanischen» Verhütungsmittel für den Mann. Ihre Geschichte geht mehr als 400 Jahre zurück. Damals waren sie allerdings ziemlich dick und unpraktisch und wurden eigentlich nur benutzt, um sich vor Geschlechtskrankheiten zu schützen. Diesen Vorteil haben sie natürlich auch heute noch. Es ist den Männern durch die Anwendung des Kondoms möglich, einen eigenen Beitrag im Sinne einer partnerschaftlich verantwortungsvollen Empfängnisverhütung zu leisten. Im Zusammenhang mit der sexuell übertragbaren Immunschwächekrankheit Aids hat das Kondom erheblich an Bedeutung gewonnen. Wird über den Infektionsschutz hinaus die sehr sichere Verhütung einer Schwangerschaft gewünscht, sollte eine zusätzliche sichere Verhütungsmethode angewendet werden.
Wie wirkt das Kondom?
Das Kondom ist ein Gummi- oder Latexschlauch, der relativ reissfest und undurchlässig für Flüssigkeiten ist; es verhindert, dass Spermien in die Scheide gelangen.
Wie sicher ist das Kondom?
Das Kondom besitzt eine mittlere Zuverlässigkeit. Eine häufige Ursache für eine «Panne» ist, dass ein Mann sein Glied nach dem Höhepunkt zu lange in der Scheide lässt und das Kondom dabei abrutscht. Ebenso häufig ist das Platzen des Kondoms. Die Ursachen dafür sind einerseits mechanische Schäden, zum Beispiel wegen schlechter Gummiqualität oder durch forciertes Aufrollen in der falschen Richtung, anderseits chemische Schäden, beispielsweise durch den Kontakt mit öligen Stoffen. Nach dem Platzen oder Abrutschen des Kondoms brauchen Sie darum keine Hemmungen zu haben: Fragen Sie Ihren Arzt/Ihre Ärztin nach einer Notfallverhütung, die innerhalb von 48 bis 72 Stunden möglich ist.
Durch die Kombination eines Kondoms mit einem zusätzlichen Verhütungsmittel (zum Beispiel kombinierte Pille) kann der Schutz noch verbessert werden.
Für welche Paare ist das Kondom geeignet?
Ratsam ist die Verwendung eines Kondoms auf jeden Fall immer dann, wenn es zum Verkehr mit kaum oder ganz unbekannten Partnern kommt. Die Gefahr, sich mit HIV oder anderen sexuell übertragbaren Krankheiten anzustecken, wird dadurch wirksam reduziert und ein Kondom bietet auch heute noch den einzigen Schutz.
Bewährt hat sich das Kondom vor allem auch für Paare, die nur selten sexuellen Kontakt haben und deshalb nicht immer einen Empfängnisschutz brauchen. Oft wird diese Methode auch dann benutzt, wenn eine Frau die Pille oder die Spirale nicht anwenden darf oder will.
Auch für Jungen oder Mädchen, die zum ersten Mal oder noch sehr selten Verkehr haben, ist es empfehlenswert, ein Kondom zur Hand zu haben. Gerade in dieser Situation – die ja eine sehr hohe Sicherheit fordert – ist aber die gleichzeitige Anwendung eines weiteren Verhütungsmittels (wie zum Beispiel kombinierte Pille) unbedingt empfehlenswert.
Für welche Paare ist das Kondom nicht geeignet?
Für Paare, die sich eine längerfristige, sichere Verhütung wünschen.
Vorteile des Kondoms
Einzig wirksamer Schutz gegen sexuell übertragbare Krankheiten. Keine chemische oder hormonelle Belastung. Ist rezeptfrei und fast überall erhältlich.
Nachteile des Kondoms
Die Handhabung des Kondoms kann als kompliziert und störend beim Liebesspiel erachtet werden. Manche Paare fühlen sich in ihrem sexuellen Empfinden gestört. Für einen sicheren Schutz vor einer Schwangerschaft sollte das Kondom mit einer anderen Methode kombiniert werden.
Wie wird das Kondom angewendet?
Kondome sind so gemacht, dass sie möglichst viel Gefühl bei gleichzeitigem Schutz vermitteln. Deshalb ist das Material eines Kondoms sehr anfällig für Beschädigung durch Zähne, Fingernägel oder Schmuckstücke. Schon beim Öffnen der Verpackung ist also Vorsicht geboten
(1).
Ein Kondom kann erst richtig übergestreift werden, wenn der Penis steif ist. Weil schon vor dem Verkehr etwas Samenflüssigkeit aus dem Penis austreten kann, sollte das Kondom aber nicht erst im letzten Moment angelegt werden. Im Idealfall wird das Überstreifen des Kondoms in das Vorspiel mit einbezogen.
Wie zieht man ein Kondom an?
Vergewissern Sie sich, dass das Kondom über das Ende des Penis mit dem abzurollenden Teil nach aussen platziert wurde
(2).
Drücken Sie das Ende des Kondoms (Reservoir) mit Daumen und Zeigefinger der einen Hand zu, um allfällige Luft zu entfernen
(3). Lassen Sie aber genügend Platz, damit sich dort die Samenflüssigkeit ansammeln kann. Mit der anderen Hand rollen Sie das Kondom sorgfältig entlang dem Penis nach unten
(4).
Das Herausziehen: Nach dem Orgasmus wird das Glied schlaff. Deshalb muss beim Herausziehen das Kondom festgehalten werden, damit es nicht abrutscht
(5).
Für weiteren Geschlechtsverkehr muss jedes Mal ein neues Kondom verwendet werden. Einige Kondome sind bereits mit Gleitmitteln versehen, oft auch mit Spermiziden (samenabtötende Mittel). Diese letzteren Produkte erhöhen zusätzlich die Sicherheit vor einer Schwangerschaft.
Was schadet dem Kondom?
Sollten Sie zusätzlich Gleitmittel benötigen, verwenden Sie eines auf Wasserbasis, aber auf keinen Fall Vaseline, kosmetische Lotionen, Öle oder Cremes. Schon frisch eingecremte Hände können dem Kondom schaden! Denken Sie daran, dass auch antimykotische Creme oder Scheidenzäpfchen (Medikamente gegen Pilzerkrankungen) das Kondom schwächen können.
Wo sind Kondome erhältlich?
Kondome gibt es an vielen Orten, heutzutage auch in offenen Gestellen der Supermärkte und Drogerien. Genieren Sie sich nicht, Kondome zu kaufen. Sie zeigen damit ein Verantwortungsbewusstsein gegenüber Ihrer eigenen Gesundheit und der Ihres Partners. Verwenden Sie nur Kondome, die mit einem «ok»-Gütesiegel gekennzeichnet sind und ein Verfalldatum besitzen.
Schützen Kondome vor Geschlechtskrankheiten?
Als der italienische Arzt Fallopio 1562 das Kondom erfand, ging es - wie bereits erwähnt - vorwiegend um die Verhütung von Geschlechtskrankheiten. Auch heute bietet das Kondom einen weit gehenden, jedoch keinen absolut sicheren Schutz gegen die Geschlechtskrankheiten Syphilis und Gonorrhoe, wie auch gegen HI-Viren, HP-Viren, Pilzerkrankungen (Mykosen), Chlamydien- sowie Trichomonaden-Infektionen der Scheide.
Stören Kondome das sexuelle Empfinden?
Früher waren Kondome wirklich so etwas wie ein Hemmschuh, weil der Gummi dick und unelastisch war. Heute sind Kondome hauchdünn und werden beim Verkehr so gut wie gar nicht gespürt. Kondome mit Gleitschutz fördern das natürliche Gefühl. Manche Frauen und Männer fühlen sich allerdings durch das Kondom in ihrer Spontaneität gestört und in ihrem Empfinden für Harmonie beeinträchtigt. Bei sehr sensiblen Männern kann die nötige Vorbereitung die Erektion stören. Man sagt aber auch, dass Kondome bei vielen Männern den vorzeitigen Erguss günstig beeinflussen, das heisst verzögern. Unerfahrene Partner fühlen sich oft unsicher, wenn sie im Umgang mit einem Kondom nicht geübt sind.
Wenn eine Frau meint, den Partner durch das Kondom nicht mehr richtig fühlen zu können, hat das selten etwas mit dem Kondom zu tun. Die Scheide selbst ist nicht so empfindlich, dass sie den Unterschied spüren würde, zumal die Kondome heute sehr dünn sind.
Das Frauenkondom
Das Frauenkondom sieht aus wie ein extragrosses Kondom. Es besteht aus einer Polyurethan-Hülle, die mit flüssigem Silikon als sehr wirksamem Gleitmittel beschichtet ist. Ein Ring von 7 cm Durchmesser fixiert die Öffnung ausserhalb des Scheideneingangs. Ein kleinerer Ring von 6 cm Durchmesser befindet sich im inneren geschlossenen Ende des Frauenkondoms und verhindert, dass dieses nach aussen rutscht. Dieser innere Ring wird zum Einführen zusammengedrückt und so in die Scheide geschoben.
Wie wirkt das Kondom?
Durch das Frauenkondom wird verhindert, dass Spermien in die Scheide gelangen.
Wie sicher ist das Frauenkondom?
Die Sicherheit als Verhütungsmittel dürfte im Bereich des Kondoms für den Mann liegen. Auch hier ist bei Wunsch nach einer sicheren Verhütung die Kombination mit einer anderen Methode empfehlenswert.
Für welche Frauen ist das Frauenkondom geeignet?
Für Frauen, die selbst die Initiative zum Schutz vor Geschlechtskrankheiten übernehmen möchten.
Für welche Frauen ist das Frauenkondom nicht geeignet?
Für Frauen, die sich eine längerfristige, sichere Verhütung wünschen.
Welches sind die Vorteile des Frauenkondoms?
Es ist dies der einzige Schutz vor Aids und anderen Infektionskrankheiten, der unter alleiniger Kontrolle der Frau steht.
Gibt es auch Nachteile des Frauenkondoms?
Anwenderinnen missfällt zum Teil das Rascheln des Femidoms während des Beischlafs. Ebenso haftet das flüssige Silikon (die Gleitmittelbeschichtung) an Fingern und Haut (mehrmaliges Händewaschen nötig). Für einen sicheren Schutz vor einer Schwangerschaft sollte das Frauenkondom mit einer anderen Methode kombiniert werden.
Das Diaphragma
Das Diaphragma gehört zu den älteren Verhütungsmethoden: Es wurde vor etwa 100 Jahren entwickelt und war bis zur Einführung der Pille ein viel verwendeter Empfängnisschutz. Das Diaphragma ist in der Schweiz nicht mehr verfügbar, kann aber durch Ihren Gynäkologen/Ihre Gynäkologin über internationale Apotheken bestellt werden.
Wie wirkt das Diaphragma?
Es sieht aus wie ein gewölbtes Gummihäutchen, das von einem ebenfalls mit Gummi überzogenen Spiralring umgeben ist. Das Diaphragma liegt bei korrektem Sitz vor dem Gebärmuttereingang und verhindert damit das Aufsteigen der männlichen Samenfäden.
Wie sicher ist das Diaphragma?
Diese Methode ist, allein angewendet, kein sehr zuverlässiger Verhütungsschutz.
Für welche Frauen ist das Diaphragma nicht geeignet?
Das Diaphragma muss von einem Arzt/einer Ärztin angepasst werden: Ist es zu klein, ist die Sicherheit herabgesetzt; ist es zu gross, drückt und stört es beim Verkehr. Es muss geprüft werden, ob eventuell Gründe vorliegen, die gegen ein Diaphragma sprechen. Dies sind insbesondere:
- ungewöhnliche Stellung der Gebärmutter (Scheidensenkung, anatomische Varianten)
- wiederholte Scheidenentzündungen
- Neigung zu Blasenentzündungen
Wie wird das Diaphragma angewandt?
Das Diaphragma wird zehn Minuten bis zwei Stunden vor dem sexuellen Kontakt eingesetzt. Dazu wird es zusammengedrückt, in die Scheide eingeführt und über dem Gebärmuttermund platziert. Besonders wichtig ist, dass es frühestens sechs Stunden nach dem Verkehr wieder entfernt wird. Nur so kann eine Frau sicher sein, dass keine lebensfähigen Samenfäden mehr in der Scheide sind, die zu einer Befruchtung führen können. Zur Erhöhung der Sicherheit sollte zusätzlich eine samenabtötende Creme benutzt werden.
Wird das Diaphragma länger als zwölf Stunden nach dem Verkehr in der Scheide belassen, steigt die Gefahr von Entzündungen.
Chemische Verhütungsmittel
Der Versuch, durch Einbringen von verschiedenen Substanzen in die Scheide eine Empfängnis zu verhüten, ist uralt. Die älteste Beschreibung dieser Praxis stammt aus einem altägyptischen Papyrus um 1900 vor Christus. Die heute zur Anwendung in der Scheide gebräuchlichsten chemischen Verhütungsmittel sind die Schaumzäpfchen, auch Vaginal-Ovula genannt.
Chemische Verhütungsmittel wirken spermizid, das heisst, die enthaltenen Substanzen töten die männlichen Samenfäden innerhalb kurzer Zeit ab. In der Schweiz sind zurzeit nur Vaginalzäpfchen im Verkauf; diese so genannten Vaginal-Ovula bilden zusätzlich zur spermiziden Wirkung einen zähen Schaum in der Scheide, der die Samenfäden davon abhalten soll, in die Gebärmutter zu gelangen.
Wie sicher sind die chemischen Verhütungsmittel?
Die chemischen Verhütungsmittel sind nicht sehr zuverlässig. Sie allein genügen nicht für eine sichere Verhütung. Chemische Verhütungsmittel sollten immer in Kombination mit einer anderen Methode eingesetzt werden. Einen verlässlicheren Schutz ergibt zum Beispiel die gleichzeitige Anwendung von spermiziden Scheidenzäpfchen bei der Frau und Kondom beim Mann.
Für welche Frauen sind die chemischen Methoden geeignet?
Als Zusatzschutz bei der Verwendung von mechanischen Verhütungsmitteln.
Für welche Frauen sind die chemischen Methoden nicht geeignet?
Für Frauen, die sich eine längerfristige, sichere Verhütung wünschen.
Vorteile der chemischen Verhütungsmittel
Diese Verhütungsmittel sind jederzeit und kurzfristig einsetzbar. Sie sind rezeptfrei in jeder Apotheke erhältlich.
Nachteile der chemischen Verhütungsmittel
Die Vaginal-Ovula können erst kurze Zeit (zehn Minuten) vor dem Verkehr eingeführt werden, wirken nur über eine beschränkte Zeit (eine Stunde) und können bei beiden Partnern zu Jucken oder Brennen führen.
Schützen diese Methoden vor sexuell übertragbaren Erkrankungen?
Nein. Wichtig zu wissen ist, dass diese Methode allein keinen Schutz vor sexuell übertragbaren Krankheiten (HIV, Chlamydien etc.) bietet.